|
REISEBERICHT
USA
|
|
#Durch die Nationalparks nach Las Vegas 16.6.2003-29.6.2003 0-1350 km
Endlich on the Road. Wie lange haben wir auf diesen Moment gewartet. Seit über einem Jahr bereiten wir diese Reise vor und die letzten Wochen waren besonders stressig. Es gab einiges zu organisieren, wie z.B. Versicherungen regeln, Visum beantragen, Möbel und Pflanzen unterbringen, Womo häuslich einrichten, Impfen etc.. Was braucht man, was soll alles mit und was nicht ? Bürokratische Tätigkeiten wie Daueraufträge abmelden. Ständig überlegen wir, ob wir irgendwas vergessen haben, was wirklich wichtig ist. Man war immer ständig mit irgendwas beschäftigt, so daß die Aufregung erst im Flieger kam. Im Flieger kamen dann letzte Gedanken, haben wir wirklich alles ? Obwohl es über 10.000 m zu spät ist ! Dann der Abschied von den Eltern, Hund Katz und Maus - macht man wirklich das Richtige ? Es ist ja nichts alltägliches, wird alles gut gehen ? Die Aufregung auf das Unbekannte und das Neue steigt… Bei einer durchgemachten Nacht verstärken sich die Gedanken noch mehr.
Washington
Ich, die tierische Flugangst hat, war dann froh, daß der Flieger endlich in Washington landete. In der völlig überfüllten Flugzeughalle mussten wir dann erstmal in einer nicht enden wollenden Schlange eine geschlagene Stunde warten, bis uns ein Beamter am Schalter unsere Pässe abstempelte und uns vorher mit einigen Fragen bombadierte - was wir in der USA machen wollen etc.. Der ziemlich genervte und vor sich hinbrummelnde Andi musste sich am Schalter doch sehr zusammenreißen. Nachdem wir dann Gott sei Dank alle Taschen und Rucksäcke wohlbehalten vorfanden, sind wir dann mit einem Taxi geradewegs in das Hotel gefahren, welches wir 1 Tag vorher in Vellberg gebucht haben.
Das Hotel war ein renoviertes „Best Western“ Hotel, die es hier sehr häufig gibt. Es war besser als erwartet, aber das interessierte Andi und mich nicht mehr. Wir sind schon um 17.00 Uhr Ortszeit ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag machten wir uns dann auf die Socken um Washington unsicher zu machen. Mit Regenjacke (Nieselregen) bewaffnet ging es dann los. Die erste Hürde fing gleich 30 Meter weiter an, nämlich in McDonald wo wir frühstücken wollten. Wir wollten einen „Rührei-Hamburger“. Leider gab es einige Missverständnisse zwischen Andi und der Dame hinter dem Tresen. Sie muß Andi wohl falsch verstanden haben, doch mit Händen und Füßen wurde auch dieses Problem gelöst. Das erste Abenteuer gut überstanden. Auf zu Neuem !
Wir sind dann, nachdem Andi sich wieder beruhigt hat (kalte Eier) Richtung „Mall“ gegangen. Die „Mall“ ist eine grüne Lunge in Washington und eine Museenstraße. Links und rechts in diesem Park befinden sich haufenweise verschiedene Museen, die man alle abklappern kann. Was wir auch ziemlich gemacht haben. Alle waren so toll aufgebaut und interessant gestaltet, daß wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus kamen (z.B. das Space Museum, das Naturhistorische Museum oder das Geschichtliche Museum). Toll war auch, daß sie alle kostenfrei waren. Was machten Andi und ich wohl am nächsten Tag, nachdem wir todmüde und mit geschwollenen Füßen ins Bett fielen? Genau, wir mussten unbedingt noch weitere Museen anschauen, wir wollten keines auslassen. Danach sind wir zum Weißen Haus, zum Washington Monument und zum Capitol gelaufen. Abends wollten wir nur noch ein paar neue Füße und ein kühles Bier. Letzteres haben wir dann im Hauptbahnhof zusammen mit einer Pizzaschnitte bekommen. Müde und ausgelaugt haben wir uns mit letzter Kraft in die Metro gestürzt und sind ins Hotel gefahren.
Baltimore
Am nächsten Tag setzten wir uns in den Zug nach Baltimore, wo unser Womo aus Bremerhaven anlegen sollte. In der Nähe vom Hafen fanden wir wieder ein „Best Western“ Hotel. Es war wieder o.k., leider mit dem Nachteil, daß es Fenster hatte, die sich nicht öffnen ließen. Stattdessen hatte es eine laute Klimaanlage. Andi (absoluter Frischluftfanatiker) sah rot, als er sah, daß sich die Fenster nicht öffnen ließen. Er versuchte es mit aller Kraft. Aber es ging nicht. Er dachte schon daran das Fenster aufzuschrauben. Ich habe ihn dann doch noch überzeugen können, daß es besser ist, dies nicht zu tun. Fenster, die fast bis zum Boden gehen und im 7. Stock liegen kann man nicht aufschrauben (Absturzgefahr). So lief Andi wie ein eingesperrter Löwe auf und ab. Erst als er das dritte Bier aufmachte, wurde er ruhiger und hat eingesehen, daß es nur für eine Nacht ist. Oder auch nicht, weil wenn das Womo nicht aus New York ablegt, wie wir vorher bei der Spedition erfragt haben, sitzen wir drei weitere Tage im Hotel fest (Wochenende). Umso glücklicher waren wir alle, als unser Womo im Hafen von Baltimore zusammen mit 4 anderen Womos aus Bremerhaven, auf dem Parkplatz stand und es schien als würde es sehnsüchtig darauf warten endlich zu starten. Nach allerhand Papierkram und Lauferei ging es dann endlich los. Zuerst wurde Speedy (so heißt unser Womo ab jetzt) aufgetankt, dann wurden die Gasflaschen aufgefüllt (36 US$) und schließlich wurde eingekauft. Die erste Nacht im eigenen Heim verbrachten wir auf einem teuren „KOA-Campground“, wo Andi natürlich wie ein Engelchen bei geöffnetem Fenster schlief. Am nächsten Tag kamen die ersten Sonnenstrahlen und es wurde ein wenig wärmer (ca. 20 Grad). Wir machten uns daran unsere mitgebrachten Rucksäcke in die Schränke einzuräumen, was leider nicht so einfach war. Die Schränke waren schon voll gepackt, aber nach einigem hin und her haben wir es dann doch geschafft.
New York – Manhattan
Wir suchten uns „Stony Point“ aus, da wir gelesen hatten, daß es sinnvoll ist außerhalb von New York zu parken und mit dem Bus in die City zu fahren. Da es nördlich von New York liegt, also quasi auf unserer Strecke Richtung Canada, war es ideal. Wir steuerten den nächsten Campground an, wie es schien der Einzigste weit und breit. Da wir nicht bereit waren den hohen Preis zu zahlen (ohne Strom und Wasser), wollten wir weiter fahren. Vorher erledigte Andi aber seine dringende Notdurft im Wald („Pieseln“), worauf ein Parkranger uns anhielt und 100 Dollar abkassieren wollte, weil es angeblich verboten ist. Nach einiger Diskussion konnten wir weiterfahren ohne zu zahlen. Um den ganzen Ärger in Zukunft zu vermeiden bekommt Andi das nächste mal Pampers um. Wir fuhren also durch „Stony Point“ und entdeckten weit und breit keinen Campground. Wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben, da hielten wir schließlich an einer italienischen Eisdiele mit leckerem Eis. Der Besitzer war so hilfsbereit und freundlich, daß er uns sein Grundstück als Übernachtungsstätte anbot. Was wir auch dankbar annahmen.Ich nahm natürlich aus Dankbarkeit eine Kugel mehr. New York wir kommen !
Wir fuhren sehr früh los, quasi mitten in der Nacht (6:00 Uhr). Der Bus holperte nach knapp zwei Stunden der Skyline von Manhattan entgegen. Es war sehr heiß (ca. 33 Grad) und schwül und der Smog schien an den riesigen Wolkenkratzern nicht vorbei zu kommen. Es war einfach gigantisch. Wir schlenderten den Broadway entlang und kamen uns vor, als wenn wir in einer anderen Welt gelandet wären. Trotz der brennenden Sonne haben wir fast alle Highlights abgeklappert. Da wir leider nur 1 Tag für New York geplant hatten, ging es natürlich alles ein wenig schnell. Wir sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Jeder größere Konzern wie z.B. Sony hat sein eigenes individuell gestaltetes Hochhaus. Es gibt nur soviel zu erzählen das New York einzigartig ist. Abends sind wir mal wieder todmüde mit dem Bus zurück zu Speedy gefahren, wo unser Bett schon auf uns wartete.
Zu den Niagara Fällen
Als nächstes stehen die Niagara Fälle an, aber wir haben beschlossen, einen Ruhetag einzulegen, um die letzten Tage zu verarbeiten. Also sind wir zu den „Fingers Lakes“ gefahren. Wir haben hier einen wunderschönen Campground gefunden. Es ist sehr heiß (38 Grad) und Andi sitzt gerade draußen und studiert die Karte. An den „Finger Lakes“ waren wir 2 Tage und sind dann anschließend zum Lake Ontario gefahren. Der See ist so groß das man ihn locker als Meer hätte durchgehen lassen können. Er war so schön das Andi und ich unbedingt eine Nacht bleiben wollten. Um den Campground-Preis zu sparen, wollten wir „wild“ übernachten. Wir wurden bald fündig. Direkt am See und ziemlich ruhig. Wir waren weit und breit die Einzigsten. Leider entpuppte sich dieser stille, idyllischer Platz in der Nacht um 23:00 Uhr als absoluter Treffpunkt für junge Leute. Sie kamen in Massen, machten Lagerfeuer und tranken Bier. Mit unserer friedlichen Nachtruhe war es dann vorbei. Die ganze Party endete dann im Morgengrauen. Gerädert machten wir uns am anderen Morgen auf den Weg zu den Niagara Fällen. Ein grandioses Naturschauspiel, was man aber von der Canadischen Seite am besten betrachten kann.
Wir sind dann weiter zum Städtchen Kitchener gefahren, weil wir gehört haben, daß sich da viele Deutsche angesiedelt haben. Leider haben wir nichts davon gesehen, vielleicht waren wir an der falschen Stelle. Die Leute sagten uns, daß sie in St. Jacobs leben und es da auch deutsche Lebensmittel zu kaufen gibt. Also fuhren wir die 20 km Richtung Norden. Deutsche haben wir zwar nicht gesehen, aber dafür die Mennoniten und die Amish, die dort leben. Die Mennoniten sind Leute die das heutige Leben ablehnen und dafür nach der alten Tradition leben. Sie tragen alle Tracht und fahren mit schwarzen Kutschen durch die Gegend. St. Jacobs war natürlich voll mit Touristen, aber es war ein sehr lohnenswerter Abstecher. Wir übernachteten wieder „Wild“, aber diesmal nicht so romantisch, aber ruhig, nämlich auf den Parkplatz gegenüber vom Seniorenheim. Im übrigen sind die Amerikaner sehr kontaktfreudig und wir haben außer dem muffeligen Ranger, der Andi beim „Pieseln“ erwischt hat, niemanden kennen gelernt, der irgendwie unfreundlich ist. Michaela |
NEU !
Durch die Nationalparks nach Las Vegas
20.09. bis 12.10.03 16.050 bis 20.880
Wieder USA
Nach den üblichen (ziemlich nervigen) Fragen konnten wir die Grenze problemlos passieren (endlich!). Nach Vancouver wollten wir uns nicht noch eine Großstadt antun. Wir beide mögen nicht so gerne Städte. Das ist uns alles viel zu stinkig, hektisch und stressig. Also ließen wir Seattle aus. Wir fuhren 30 km vor Seattle vom hektischen Highway runter auf die Straße 2.
Nächtlicher Besuch
Im Örtchen Sultan wollten wir übernachten. Die Leute hier waren ziemlich muffelig und hektisch. Es war schon spät, und wir wollten nicht mehr weiterfahren. Einen Campingplatz gab es hier auch nicht. Also suchten wir uns einen Stellplatz bei den Sportanlagen. Um 23:00 Uhr hörten die Kinder endlich auf Basketball zu spielen (bzw. hörten auf zu kreischen). Bis Mitternacht konnten wir uns unserem Schönheitsschlaf widmen, bis es energisch gegen unsere Tür klopfte.
Wer war jetzt das?
Aha, die Polizei. Prima! Andi öffnete genervt die Tür und traute seinen Augen kaum. Drei (!!!) Polizeiautos hatten uns eingekreist. Alle mit Scheinwerfern auf uns gerichtet. Waren wir jetzt im Film? Wieder kamen die üblichen nervigen Fragen und Personalien Kontrolle. Man durfte hier nicht stehen. Andi war ziemlich genervt und gab den Polizisten zu verstehen, daß er keine Lust auf Smalltalk hat. Ich lag immer noch in meinem Alkoven und drückte die Daumen, daß Andi nicht wütend wird. Mitten in der Nacht auf einer Polizeiwache sitzen, ist nicht so mein Fall. Ich kletterte aus meinem Bett. Die Beamten haben anscheinend nicht damit gerechnet, daß noch jemand da ist. Mit angsterfülltem Gesicht blendeten sie mit ihren Taschenlampen ins Womo (obwohl innen mittlerweile hellbeleuchtet!), die andere Hand am Pistolenhalfter. Ich war stinksauer und schimpfte vor mich hin. Sie gaben so ein lächerliches Bild ab, daß ich schon wieder lachen musste. Sie glotzten mich blöd an. Ja, ich gebe es zu. Ich sah aus wie BIN LADEN mit struppeligen Haaren und einem übergroßen Schlafanzug. Ich hörte schon die Schlagzeile: „ BIN LADENS Versteck: Ein deutsches Wohnmobil - An den Sportanlagen überrumpelt “. Leicht enttäuscht (wieder nichts mit der Kopfgeldprämie) ließen sie uns dann in Ruhe. Wir fuhren an eine „Rest Area“, wo wir bleiben durften. Am Ortsausgang sahen wir noch ein großes Schild mit der Aufschrift „SHERIFF“. Ich dachte die Zeit mit John Wayne wäre vorbei. Am nächsten Tag fuhren wir ganz schnell weiter. Vor Leavenworth machten wir erstmal einen ausgiebigen Spaziergang im Regenwald. Ich dachte nur in Südamerika gibt es so was. Aber nein, hier auch. Natürlich nicht ganz so groß und mit nicht so vielen Tieren. (Außer Ameisen habe ich keine Tiere gesehen.)
Leavenworth, die bayerische City
In Leavenworth angekommen ,staunten wir nicht schlecht. Überall standen bayerische Häuser, und sogar der Maibaum fehlte nicht. Wir hatten schon vorher im Reiseführer gelesen, daß die Stadt sich „Bavarian Village“ nennt. Aber das übertraf alle Erwartungen. An den Häusern standen Namen wie Rottach Egern, Edelweiß und Andreas` Keller. In den letzteren sind wir rein. Wo Andreas drauf steht ist auch ein Andreas drin.
Es gab, man staune, deutsche Küche und deutsches Bier !!! Andi aß ein Brathendl mit Sauerkraut, Rotkohl und Kartoffelsalat (exotische Kombination !) und trank dazu natürlich ein Weißbier (Franziskaner). Ich gab mich mit Käsespätzle, Pilzsoße und Sauerkraut ab (ausgefallene Mischung). Sie spielten zünftige Musik. Ein komplett von Kopf bis Fuß bayerisch angezogener Junge (sogar mit echten Haferl-Schuhen) spielte Akkordeon ,dass die Wände wackelten. Er spielte alle bekannten deutschen Lieder so perfekt, daß er ohne Probleme im Bierzelt auf die Bühne vom Oktoberfest könnte. Aber in dem zünftigen Lokal wollte irgendwie keine Stimmung aufkommen. Vielleicht lag es an der Cola die im ganzen Lokal auf den Tisch stand. Andi und ich bildeten mit unserem Weizen eine Ausnahme. Wir beide hatten eine riesen Gaudi. Andi genoss das Bier in vollen Zügen. Er wollte gar nicht mehr heim. Aber nach seinem Lieblingslied „Sierra Madre“, was wir uns extra gewünscht hatten, ging es unterm Sternenhimmel nach Hause. In dieser Nacht blieben alle Fenster geöffnet (Warum bloß? Smile). Am nächsten Tag kauften wir noch schnell ein echtes deutsches Brot, bevor wir weiterfuhren. Die Landschaft änderte sich schnell. Jetzt fuhren wir durch Prärie.
Yellowstone Park
Das Reisen unheimlich anstrengend ist, erzähle ich euch jetzt. So sah bei uns ein Tagesablauf im Yellowstone Park aus:
8:15 Uhr ….(ungewaschen, vor dem Frühstück, Blick aus dem Fenster) „Andi ein Hirsch“ (noch schlafend) „Was? Wie? Wo?“ - Hektik - „Wo ist die Kamera ?“ – Klick - Fotos im Kasten - Stille, beobachten, genießen - „Andi, geh nicht so dicht ran“ – Hört nicht auf mich, wieder Herzrasen, Spannung - Hirsch dreht ab, verschwindet im Wald
8:45 Uhr ….(gewaschen, angezogen, beim Frühstück) - über das gerade Erlebte plaudern „Hast du gesehen, wie er sein schweres Geweih durch die Äste bringt. Ich dachte schon, er bleibt stecken.“ „ Wie er die Baumrinde mit seinem Geweih abgekratzt hat und den Saft abgeschlappt hat.“ „Ich glaube, es ist Brunftzeit, der hat ja gebrüllt“ „Ich glaub der sucht eine Frau“ „So ein Hirsch. Wer braucht schon Frauen?“ „Macho“
9:46 Uhr …. genießen die tolle Landschaft
9:47 Uhr …. Hirschkuh läuft plötzlich über die Straße - Adrenalin steigt bei Andi, Achtung!“ - Halbe Vollbremsung - „Das war knapp“ - Puls senkt sich wieder
10:10 Uhr ... „Schau mal, eine Büffelherde“ - Steigen aus dem Auto - Foto, klick, klick
10:14 Uhr … Puls steigt (flüsternd) „Andi, Achtung! Da kommt gerade ein Büffel über die Straße“ - Ignoriert mich. Macht von ihm Porträtaufnahmen. - Herzrasen vor Wut und Angst. Warnschilder am Besucherzentrum im Kopf.
10:47 Uhr … Spaziergang durch die Geysirlandschaft. - „Die Erde dampft und zischt wie eine alte Dampflok“ - Überall blubbert und kocht es aus der Erde - „Das stinkt hier“ „Das ist der Schwefel“ „Ja, ja“….. „Tolle Formationen und Farben“ „Gigantisch“
13:27 Uhr … warten auf den Ausbruch vom „Old Faithful“
13:29 Uhr … „Old Faithful“ bricht aus - eine riesige Wasserfontäne schießt
ca. 30 Meter hoch aus der Erde - Herzklopfen - Klick, klick, klick - „Wow“
13:45 Uhr … Kaffeepause und Besichtung des Nobelhotels „Old Faithful Inn“
15:02 Uhr … Weitere Spaziergänge durch Geysire und bizarre Felslandschaften - „Da läuft was“ „Das ist ein Kojote“ - Hektik, klick -
17:29 Uhr … Adrenalin auf 180 - „Achtung! Wieder ein Büffel“ „Wieso grast der ausgerechnet neben der Straße“ „Schau mal, da kommt noch einer“ „Wow, jetzt kämpfen sie um die Futterstelle“ - Hektik - Mist, mein Chip ist voll - Panik - schneller Chipwechsel und jetzt…Poing „Aua“ - Haue Andi aus Versehen (ehrlich!!) mit meiner Kamera eins auf die Nase - keine Zeit zum jammern - „Hast Du sie mit Deiner Kamera erwischt?“ „Ja“ - Büffelkampf zu Ende, Blutdruck senkt sich – fahren weiter
18:01 Uhr … „Ich kann nicht mehr laufen“ „ Nur noch der eine Geysir. Schau das ist ein Rundweg. Nur 2 km“ - Blick auf Karte - „O.K. aber dann ist Schluß für heute“ mit letzter Kraft schleppe ich mich durch die Geysir-Landschaft.
19:22 Uhr … kochen - essen - über den heutigen Tag plaudern
20:01 Uhr … abwaschen (bäääähhhhh)
20:32 Uhr … Bettreif machen „Bist Du auch so kaputt?“ „Und wie!!!“ „War mal wieder ein anstrengender Tag. So viel gesehen und erlebt“ „Den Reisebericht schreibe ich morgen“
21:09 Uhr und 24 Sekunden …Schnarch, schnarch, schnarch - Eulen und Hirschgebrüll in der Nacht
So, jetzt wisst ihr, dass das Arbeiten gar nicht so schlecht ist, zumindest nicht so anstrengend wie so eine Reise, oder? Ich habe mittlerweile beim Andi Urlaub eingereicht und freue mich jetzt schon auf Strand, Hängematte und Faulenzen unter Mexikos Sonne.
Grand Teton National Park
Grand Teton Park ist nur wenige Kilometer hinter dem „Yellowstone Park“ im Süden und hat mit seinem großen Nachbarn gar nichts zu tun. Die Landschaft ist hier völlig anders. Man könnte meinen ,man ist in den Alpen. Wir fahren an einer wunderschönen Berg- und Seenkulisse vorbei. Wir erleben im Grand Teton Park so richtig den „Indian Summer“. Die Sonne scheint, blauer Himmel, und die Blätter leuchten in allen Farben. Wir genießen, genießen und genießen.
Salt Lake City
Tja, was soll ich dazu schreiben? Salt Lake City ist nicht so ganz meine Welt. Die Mormonen sehen alle sehr zugeknüpft aus ,und in die Kirche kommt man nur rein, wenn man Mitglied ist (und wahrscheinlich einen hohen Mitgliedspreis bezahlt). Aber, sie haben in dem Gebäude neben der Kirche, die tollste Orgel, die ich je gesehen habe. Wir haben sie auch spielen gehört, einfach toll. Nur das im Hintergrund schimmernde knallige Rosa, was wohl den Himmel darstellen sollte, fand ich ziemlich kitschig. Ansonsten ist diese Stadt wie jede andere auch (Einkaufsmall etc.). Wie wir feststellten haben die Mormonen einen rasanten Fahrstil oder waren es die Ungläubigen?
LKW Terror in der Nacht
Wir campten mal wieder wild. Leider merkten wir zu spät, daß wir an einer Straße standen, die zu einer Kiesgrube hinführt. So fuhren im 2-Minuten Takt die LKW`s vorbei. Hielten an der Kreuzung, fuhren wieder an u.s.w. Leider blieb es in der Nacht ganz genauso. Aber zu müde um weiterzufahren, nahmen wir es hin. Hauptsache
20 Dollar gespart. Tja, wie das Leben eben so spielt, kam es noch schlimmer. Wir hatten uns in der Nacht um 3 Uhr gerade an diese LKW Kreuzung gewöhnt und schlummerten zufrieden ein, als direkt (1m) neben uns ein LKW hielt. Tja, das wäre ja nicht so schlimm, wenn er nicht sage und schreibe über eine Stunde(!!!) den Motor liefen ließ. Andi und ich waren kurz vorm Durchdrehen. Wir konnten fast unser eigenes Wort nicht verstehen. Andi probierte es mit Hupen und Klopfen. Nichts. Der Motor blieb an. Warum, weiß keiner. Im inneren sah man den Fahrer. Wir gaben uns morgens um 4.30 Uhr geschlagen und fuhren fort, nachdem wir dem Fahrer deutlich zu verstehen gegeben haben, was wir davon hielten. Was für eine Nacht!!!
Canyonlands
Ich sage nur gigantisch. Tolle Felsformationen und grandioser Canyon.
Arches National Park
Ebenfalls gigantisch, aber anders. Viele von der Natur geschaffenen Felsbrücken und Fenster. Tolle Felsformationen. Einige Felsen sehen aus wie der Kauknochen vom Schwiegerhündchen „Ninchen“.
Mesa Verde
Mesa Verde war sehr interessant, besonders wenn man sich für Ausgrabungen und Geschichte interessiert. Wir hielten uns den ganzen Tag im Park auf. Es gab so viel zu sehen. In dem Park findet man Ruinen und richtig gut erhaltene Felsstädte.
Die Indianer, die hier früher gelebt haben, waren ganz schön pfiffig.
Wir unternahmen auch zwei Führungen. Einmal zum „Cliff Palace“ und zum „Balcony House“. Im „Balcony House“ mussten alle durch einen Tunnel (ca. 2 m) kriechen, um zum Ausgang zu kommen. Das war ein Trubel. Man erkundigte sich vorher beim Vorgänger über seine Verdauung und was er zum Lunch einnahm. Wenn keine Gefahr bestand, ging es im Gänsemarsch auf Händen und Knien durch den Tunnel.
Der Erste hatte natürlich die Kriechtiere, Spinnen und Käfer vorher beseitigt. Tja, aber damit noch nicht genug. Dieser kleine Tunnel war nämlich heimtückisch. Der sowieso schon zu schmale Eingang war am Ausgang noch schmaler. So kam es zu öfteren zum Stau im Tunnel, weil man dachte man ist im Tunnel dicker geworden. Grübel, grübel, wie geht jetzt das? Aber es haben alle geschafft, sogar diejenigen mit dem etwas dickeren Popöchen (Höre ich da jetzt etwa die Stimme meines netten, lieben Schwiegerpapas?). Aber es kam, wie immer, noch schlimmer. Nach dem Tunnel, mussten wir noch auf einer 10 Meter hohen Leiter raufklettern. Ich war die erste. Bis zur Mitte kam ich, dann kam der übliche Schwindel (ich bin nämlich nicht schwindelfrei und habe vor allem Angst, sogar vor Biene Maja). Aber da ich die erste war und unter mir starrten mich 50 Augenpaare an, wie ich das mache, kletterte ich hoch motiviert zum oben wartenden Ranger, der mich freudig begrüßte. Meine klitschnassen Hände versteckte ich lieber hinterm Rücken. Aber trotz der Anstrengungen hatte sich die Besichtigung auf alle Fälle gelohnt.
Monument Valley
Klick, klick, klick.
Navajo National Monument
Wir sind eigentlich nur per Zufall zum Navajo Monument hingekommen, weil wir uns mal wieder ein ruhiges (!) Schlafplätzchen suchten. Es ist im Prinzip genauso wie Mesa Verde nur in klein. Man konnte ebenfalls Felsenstädte sehen und eine geführte Tour mit einem Ranger machen. Wir schauten aber nur eine Stadt von der Aussichtsplattform an, wir waren mehr an dem kostenlosen Campingplatz interessiert. Der hatte eine grandiose Aussicht über das Tal, war wunderschön angelegt, ruhig (!!!) und gratis (!!!).
Antelope Canyon
Wir hätten diesen Canyon so gerne besucht, aber die Indianer verlangten einen Wucherpreis von $18,50 pro Nase. Das wollten wir einfach nicht ausgeben. Vielleicht irgendwann mal, wenn Geld für uns keine Bedeutung mehr hat.
Zum Grand Canyon
Wir besuchten den Glen Canyon Staudamm und den Lake Powell, bevor wir weiter Richtung Grand Canyon fuhren. Auf einem Campingplatz in der Nähe vom Colorado River übernachteten wir wieder kostenlos, aber das ist eine andere Geschichte.
Grand Canyon - Ein Traum wird wahr
Für mich wird ein Traum wahr. Wir fuhren an den „North Rim“. Der Grand Canyon ist schon grandios. Wir besuchten mal wieder alle „Viewpoints“ (stress pur).
Abends genossen wir den Sonnenuntergang über dem Canyon.
Bryce Canyon
„Wow“, „Wahnsinn“, „Toll“, „Oh“, „Ahh“, wir sind aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen. Der Bryce Canyon ist für uns auch ein Weltwunder. Man muß ihn einfach gesehen haben.
Andi misshandelt „Speedy“
Ja, ja, der Andi…. Es war ein schöner Tag. Die Sonne schien, blauer Himmel, angenehm warm. An einem weiteren „Viewpoint“ im Bryce Canyon wollte Andi „Speedy“ im Schatten parken. Eine „Rest Area“ schien dafür optimal geeignet zu sein. Er fuhr zielstrebig an den Platz ran. Leider kam dann Nebel auf ??? (Sichtweite unter 10 cm !!!). Es quitschte und krachte. Andi hat leider das Dach von dieser „Rest Area“ übersehen. Er streifte den Alkoven direkt an das Wellblech.
Zum Glück ist „Speddy“ nichts passiert, außer ein paar Schrammen. Das Dach von der „Rest Area“ wahr leicht verbogen. Gut das ich nicht gefahren bin, sonst hätte ich mir mal wieder den ganzen Tag Sprüche wie: „Typisch Frau “ und weitere Sprüche anhören dürfen.
Zion Canyon
Den mussten wir natürlich auch noch besuchen. Dieser National Park ist wieder ganz anders. Ideal für Wanderungen und besonders für geübte Bergkletterer. Hier soll es Pumas und Taranteln geben. Wir haben beides leider nicht gesehen. Aber bei einer kleinen Wanderung haben wir wenigstens das „Miau“ der Raubkatze gehört.
Nach Las Vegas
Ein weiterer Traum wird für mich wahr. Aber alles weitere kommt von Andi !!!
Michaela
13.10. bis 07.11.03 20.880 bis 24.250 km
Showstadt Las Vegas
Wir erreichen den durch den „Hoover Dam“ aufgestauten Stausee „Lake Mead“. Vor der „Las Vegas Bay“ wird ein junges Paar getraut, stimmt es also doch…
Die zu genaue WOMO-Kontrolle des Police-Inspectors vor dem „Hoover Dam“ finden wir ein wenig lächerlich, wie auch das Verhalten des Mannes in Lackschuhen mit Roboterstimme. Da er unbedingt unser WOMO betreten möchte, fordere ich Ihn auf, seine (Lack-) Schuhe auszuziehen, da ich (spaßeshalber) „Moslem“ sei. Verärgert verweigert er uns die Weiterfahrt zum „Hoover Dam“, der die Stromversorgung Las Vegas garantiert.
Natürlich besuchen wir in 2 Tagen die meisten Hotelkomplexe dieser Stadt, die erst bei Dunkelheit zu erwachen scheinen. Das „Venetian“ mit Kanälen wie in Venedig, das „Paris“ mit Eiffelturm, das „MGM“ mit über 5000 Zimmern, das „Luxor“ mit Sphinx und Pyramide, das „Caesars Palace“ mit römischen Palästen, das „New York“ mit Achterbahn, Freiheitsstatue und Skyline, das „Excalibur“ mit seinem Märchenschloß, das „Mirage“ die Heimatkulisse von Siegfried & Roy. Allesamt wirken sie wie ein großes Fantasiemuseum mit obligatorischem Casino. Besonders betroffen macht uns der Unfall von Roy, der von einem seiner weißen Tiger angegriffen wurde. Vermutlich wird es die Show aller Shows nicht mehr geben.
Kalifornien – Death Valley, Sequoia- und Yosemite Nationalpark
Es ist ziemlich heiß, als wir das „Tal des Todes“, den tiefsten Punkt der USA erreichen. Wir blicken auf den ausgetrockneten Salzsee, der von schroffen Gebirgszügen umgeben, wie eine Mondlandschaft anmutet. Michi verpasst meinem Kopf einen „Wüstenschnitt“. Kurz vor einem Paß überquert eine Tarantel die Straße. Michi träumt noch heute davon.
Um einige Meilen abzukürzen, zwingen wir WOMO über die Sierra Nevada mit mehreren Pässen und Flusstälern. Wir brauchen sicherlich länger, aber die Ruhe der Gebirgswelt tut gut.
Im Sequoia Park stehen wir den größten Lebewesen unserer Erde gegenüber. Mammutbäume bis zu 3000 Jahre alt, über 80 Meter hoch und über 1200 Tonnen schwer. Wir merken die Bedeutungslosigkeit eines Menschenlebens gegenüber dieser geballten Kraft der Natur. Wie Ameisen stehen wir am Fuß der Riesen, die sich mit Ihrer 50 cm dicken Borke selber schützen. Selbst im Brandfall löschen sie sich mit einer Eigenflüssigkeit selber. Ein Wunder der Natur, wahrlich.
Auch Schwarzbären sehen wir am steilen Grashang in 2000 Meter Höhe.
Der „Glacier Point“ im Yosemite Park ist ein grandioser Aussichtspunkt. 1000 Meter über dem Yosemite-Tal blicken wir auf die Granitmassive der Sierra Nevada. Der „Half-Dome“, eine halbe Felskuppe, thront am Talende. Im Tal steigen die steilen Felswände des „El Capitán“ empor. Um 23 Uhr kontrollieren Ranger die bärensicheren Nahrungsmittelboxen.
San Francisco – magischer Ort auf 43 Hügeln
San Francisco gehört zu den ältesten Städten der USA. Wir überqueren die Oakland-Bridge und landen (wie immer) mitten in Downtown. Nach langer, langer Suche finden wir im camperunfreundlichen San Francisco, 20 Kilometer nördlich, doch noch einen Campground. 2 Tage fahren wir mit einem Mietauto um den „Scenic Drive“. Golden Gate Bridge, Golden Gate Park, Twin Peaks, Downtown, Fisherman´s Wharf (mit Blick auf die ehemalige Zuchthausinsel Alcatraz) und nicht zuletzt eine Fahrt mit der legendären Cable-Car machen die Stadt mit den vielen (sehr, sehr steilen) Hügeln zu etwas ganz besonderem.
„Flucht“ auf Highway 1 nach Los Angeles
Der legendäre Highway 1 gilt als Traumstraße an der kalifornischen Pazifikküste. Die Ausblicke auf Steilküsten und Meer sind großartig. Aber wir vermissen die Freiheit, die wir auf unserer bisherigen Reise so geschätzt haben. Wenig Wohnmobile, wenig Stellplatzmöglichkeiten , und immer wieder zwingt uns die Polizei den Schlafanzug wieder auszuziehen und den Übernachtungsplatz zu wechseln. Wir denken die „Hippie-Zeit“ hat dafür gesorgt, dass der Polizeistaat gedeihen konnte.
In Monterey sehen wir unzählige „Monarch-Schmetterlinge“, die hier überwintern. Schwerelos flattern sie im Wind oder hängen wie Blätter am Baum. Immer wieder genießen wir Panoramablicke auf den „Scenic Drive´s“. Wir schlendern durch Carmel, den Ort in dem Clint Eastwood Bürgermeister war. Wir besichtigen zahlreiche spanische Missionskirchen, die einander ähneln. Wir betrachten Seelöwen, Otter, Robben und Pelikane. Die Großschnäbel fallen beim Fischfang senkrecht vom Himmel ins Wasser, um den Fisch mit ihrem geöffneten Schnabel wie mit einem Kescher zu fangen.
Los Angeles, die Stadt der Engel, ist ein Moloch, größer als das Ruhrgebiet. Im Regen schlendern wir über den „Rodeo Drive“ von Beverly Hills. In Hollywood gehen wir auf dem „Walk of Flame“. Von diversen „Viewpoints“ blicken wir auf LA und die bekannten 9 Buchstaben. In der „Crystal Cathedral“, einem spektakulären Glaspalast, erleben wir ein großartiges Raumerlebnis.
ANDREAS