|
REISEBERICHT
PERU
|
|
#WELTKULTURERBE MACHUPICCHU – WOHIN #DURCH WÜSTENLANDSCHAFT IN DIE CORDILLERA BLANCA
04.06. bis 24.06.04 37.500 bis 38.850 km
DURCH WÜSTENLANDSCHAFT IN DIE CORDILLERA BLANCA
Ödes Nordperu Der Grenzübergang macht mal wieder keine Probleme. Halt, wir werden fälschlicherweise (zum Abstempeln des Carnets) nach Macara geschickt. Auf guter Straße erreichen wir Piura. Über Chiclayo geht es zum Pazifik nach Pimentel. Der Hexenmarkt in Chiclayo ist schwer zu finden, haut mich auch nicht um. Vor Trujillo biegen wir nach Huanchaco ab, ein Fischerdorf, wo die Fischer noch mit ihren „Schilfrohrpferdchen“ auf das Meer hinauspaddeln. Wir genießen traumhaften Fisch im Restaurant „Big Ben“. Über die Grabstätten „Huaca del Dragon“ und „Huaca la Esmeralda“ landen wir in Chan Chan, einst Südamerikas größte Stadt (oder sogar der ganzen Welt). Wir bewundern die gigantische Stadtanlage, die nur aus Lehmziegeln errichtet wurde. In der Blütezeit, im 13. und 14. Jahrhundert, beherbergte die Stadt schätzungsweise bis zu 100.000 Einwohner. Vor allem im Zeremonialpalast „Palacio Tschudi“ erleben wir die beeindruckende Adobearchitektur. Auf der Fahrt nach Casma machen wir noch an den größten präkolumbischen Heiligtümern einen Abstecher. Millionen von Adobeziegeln türmen sich zur „Huaca del Sol“ (Sonnenpyramide) auf. Lkw, Wüste und zahlreiche (nervige) Polizeikontrollen machen uns das Leben schwer. Über die (weitere arme) Stadt Chimbote erreichen wir Casma. Der Norden von Peru wird durch viel Armut, Müll und Trostlosigkeit geprägt. Sechin ist ein weiterer Ruinenkomplex, den wir nicht auslassen wollen. Die Reliefs zeigen Kampfszenen, Krieger und Priester. Weil wir ja mit einem Wohnmobil unterwegs sind, überredet mich Michi, nicht die direkte Straße (Piste) über die Cordillera Negra nach Huaraz zu nehmen. Der Reiseführer schreibt von 110 km schlechter Piste, übersät mit Schlammlöchern. Also nehme ich über 200 km Umweg in Kauf und „heize“ weiter auf der öden Panamerikana nach Pativilca. Hier befindet sich die südlichste Festung des Chimu-Reiches „Paramonga“, auf einem Hügel gelegen. Endlich verlassen wir die (Alp-) Traumstraße Panamerikana und fahren hinauf zur Cordillera Negra. Auf über 4000 Meter muß ich WOMO quälen, um die ersten weißen Spitzen der Cordillera Blanca zu erreichen. Nach einer (zu hohen) Nacht fahren wir 2 Stunden bis zur Trekkingmetropole Huaraz.
Cordillera Blanca – Berge fast wie in Nepal
Der Tankwart überredet mich, WOMO mal wieder mit dem Dampfstrahler zu behandeln. Wir stehen im Hinterhof des unter (mal wieder) schweizerischen Leitung stehenden Hotel „Andino“. Huaraz bietet wenig, aber der Blick vom Aussichtsberg auf Huascaran, Huandoy und Co begeistert uns. Bei Superwetter geht die Fahrt weiter über Carhuaz nach Yungay. 1970 bricht ein Teil der Nordwestflanke des Huascaran durch ein Erdbeben ab und vernichtet den Ort und 20.000 Menschen. Heute befindet sich das neue Yungay etwas nördlicher. In Caraz, ein Ort im Santa-Tal auf (nur) 2.290 Meter Höhe, wollen wir bei Utes Hostal „Chamanna“ für längere Zeit Station machen. Doch die Einfahrt in den kleinen Hof erweist sich als äußerst schwierig. Javier (die gute Seele des Hauses) schaufelt Erde, um die riesigen Unebenheiten auszugleichen. Kiste und linker Außenspiegel werden abmontiert. Von Manfred aus Bamberg werde ich durch die enge Hofeinfahrt gelotst (Danke!). Geschafft, der abendliche Lammbraten (und noch weitere kulinarische Highlights) entschädigt für die getane Arbeit. Mein großes Ziel ist es, den Alpamayo auf einer 5 Tage dauernden Trekkingtour zu erreichen. Michi tut mir (mal wieder) diesen Gefallen. Bei gutem Wetter können wir die Traumseite des Alpamayos sehen, mit der er 1966 bei einem Fotowettbewerb zum schönsten Berg der Welt erklärt wurde. Zur Akklimatisation lassen wir uns von einem Taxi zur Lagune Llanganuco auf 3850 Meter Höhe bringen. Eine Traumwanderung führt uns auf 4.500 Meter zur Lagune „69“. Huascaran, Huandoy, Pisco und Chacraraju ganz nahe, und das bei azur -blauem Himmel. Am Abend serviert „Oberkellner“ Javier Käsespätzle mit Salat (und Vino tinto).
Trek zum „schönsten“ Alpamayo
Am Jahrestag unserer großen Reise bringt uns ein Taxi an das Ende der Welt nach Hualcayan auf 3.100 Meter. Jose Milla (39 Jahre) und seine beiden Esel werden uns die nächsten 5 Tage begleiten. Das erste Tagesziel ist Wishcash, eine sonnige Wiese mit Bach auf 4.200 Meter, also ein gut geeigneter erster Lagerplatz. Nachdem die (lästigen) Arbeiten wie Zeltaufbau, Isomatten und Schlafsack richten, frisch machen, warm anziehen vollbracht sind, wird gekocht. Nudeln mit Tomatensoße und Thunfisch. Dann geht die Sonne unter, und der warme Nachmittag verwandelt sich in eine kalte Nacht. Am Morgen steigen wir 400 Meter weiter und blicken auf die traumhaft gelegene Lagune Cullicocha (4.600 Meter) und das dahinter aufragende Santa Cruz Massiv. Doch weiter, denn es gilt 2 Pässe (4.860 und 4.770 Meter) zu überwinden. Dann der Abstieg in das Alpamayo-Tal bis zum Lagerplatz Ruina Pampa auf 4.000 Meter. 9 Stunden unterwegs, wir sind am Ende. Nudelsuppe, Tee und ab in den Schlafsack. Eine Stunde schlendern wir entlang dem Alpamayo-Tal, und dann ist es soweit. Die weiße Pyramide des 5.947 Meter hohen Alpamayo kommt zum Vorschein. Sollte ich einen Berg entwerfen dürfen, ich wäre über dieses Ergebnis mächtig stolz. Gleichmäßig ragen 3 Grate gegen den Himmel, um sich an der kurzen, leicht schrägen, Gipfelgeraden zu vereinigen. Immer wieder stolpernd, weil auf den Alpamayo blickend, steigen wir flussaufwärts bis zum Basecamp des Alpamayo auf 4.200 Meter. Neben einer japanischen Trekkinggruppe stellen wir unsere Zelte auf. Ich steige am Nachmittag noch zur Lagune Jancarurish und bin „meinem“ Berg ganz nahe. DANKE, Michi, dass Du mit mir diesen beschwerlichen Trek gegangen bist. Am Abend gibt es zur Feier des Tages Rotwein aus der Tüte und Nudeln mit Bohnen. Auf dem (gleichen) Rückweg lagern wir in einer Blechhütte (mit Zelt) an der Lagune Cullicocha. Es schneit und ist ziemlich kalt (Michi geht mit warmer Flasche in den Schlafsack). Nach einem (lästigen) 1.500 Meter-Abstieg sind wir wieder am Ausgangsort Hualcayan. Eine „Taxi-Rennfahrt“ bringt uns wieder zu Utes „Paradies“.
Lagune Paron
Weil von Manfred empfohlen, machen wir noch die Fahrt zur Lagune Paron auf 4.200 Meter. Wieder blicken wir bei einem „Spaziergang“ entlang der Lagune auf die Traumgipfel der Cordillera Blanca. Bei Ute sehen wir das EM-Fußballspiel Deutschland gegen Tschechien (schade…). A N D R E A S
25.06. bis 22.07.04 38.850 bis 41.300 km
AUF DER FLUCHT Nach über zwei Wochen, inklusive Verlängerungstagen, verlassen wir schweren Herzens das „Hostal Chamanna“ in Caraz. Die vielen kulinarischen Genüsse von Ute, der guten Seele Javier, die Spielnachmittage mit Tochter Aileen und die läufige Hündin Killa werden wir sehr vermissen. Auf der Fahrt nach Lima lernten wir die „netten und hilfsbereiten Freunde“ von Peru kennen, die Polizei ! Wir kamen durch etliche Polizeikontrollen, und einige wollten seltsamerweise Geld von uns. Kurz vor Lima hält uns auf der Autobahn ein so genannter Polizist an. Nach der üblichen Kontrolle sagt er zu uns: „Ihr seid zu schnell gefahren!“ und zeigt uns ein speckiges Heftchen, wo die „Multa“ drin steht (100 Dollar). Seine beiden Kollegen warteten im Auto und beobachteten, was wir machen. Da es eine Autobahn ist und wir nie schneller wie 90 fahren, kommt uns das alles sehr „spanisch“ vor. Nachdem wir ihm klar gemacht haben, daß wir kein Wort Spanisch verstehen (bei Polizeikontrollen) und auch nichts bezahlen werden, sollten wir rechts ran fahren. Er wollte das Auto einbehalten. Andi, nicht auf den Kopf gefallen, bedankte sich überfreundlich bei ihm und fuhr einfach weiter. Ich wartete auf die Schüsse hinter uns, aber es kamen keine. Sie verfolgten uns auch nicht. Da wir seit Mexiko nie die Originalpapiere weggeben, sondern immer nur Kopien, hatten wir also nichts verloren. Klar, sie wollen immer die Originalpapiere sehen. Wenn sie erstmal das Originaldokument in der Hand haben, können sie uns damit erpressen nach dem Motto: „Ihr zahlt jetzt die Summe, sonst bekommt ihr die Originale nicht zurück“. Also liegen unsere Originale meistens bei einer Deutschen Botschaft oder in einem Hoteltresor. Aber wir geben den „freundlichen“ Herren immer die Gelegenheit ,uns zu dem Hotel oder Botschaft zu begleiten, was sie aber nie machen und uns stattdessen weiterfahren lassen. Nach zehn Kilometern wieder eine Streife auf Motorrädern, sie winkten uns rechts ran. Wir taten so, als wenn wir sie nicht sehen. Auch sie kamen nicht hinter her. Nach weiteren Kilometern wieder vier Uniformierte in zwei Autos. Wir hielten. Wieder die übliche Papierkontrolle. Wir dachten jetzt kriegen wir Ärger wegen der Fahrerflucht. Aber nein, dieser hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Er meinte: „Ihr seid zu hoch für diese Straße“ ,obwohl Busse und LKW´s auf dieser Straße fuhren. Als das bei uns nicht zog, zeigte sein Kollege auf unsere kaputte Scheibe und wieder das speckige Heftchen, wo die „Multa“ drin steht (wieder 100 Dollar). Wir schauten uns an, bedankten uns freundlich bei den Herren und fuhren weiter. Sie kamen nicht hinter her. Ich muss dazu sagen, es war nur dieser eine Tag so schlimm. Hinter Lima wollten sie nichts mehr von uns und winkten uns freundlich zu. LIMA In Lima stellten wir uns vor das Haus von Hans und seiner peruanischen Frau in San Borja (Calle Millet 125, sehr ruhig, bewacht,). Die Beiden betreiben eine Privatpension mit 4 Zimmern. Gefrühstückt wird an einem großen Tisch, wo wir zwei nette österreichische Paare kennenlernten. In Lima blieben wir drei Nächte. Wir besuchten das Nationalmuseum, Miraflores, die Altstadt und staunten über „Otto`s“ Fußballsieg. Nach einer Kirchenbesichtigung wurden wir dann von einem Polizisten empfangen. „Wo kommt Ihr her?“ fragte er uns. Ich sagte: „Alemana!“. Der Polizist kramte in seiner Tasche und holte einen Block raus. Ich meinte schmunzelnd zum Andi: „Jetzt sagt er gleich Multa, wir sind zu hoch für die Kirche“. Aber nein, er zeigte uns ein Papier, wo in Kritzelschrift: „Herzlich Willkommen“ drauf stand und grinste. Na so was, gibt´s das auch „Gracias, Seňor!“ Dann ging es auf der Panamerikana weiter zum Nationalpark Paracas. Wir blieben für die Nacht in der einsamen Wüste stehen. Am nächsten Tag konnten wir an einer flachen Meerausbuchtung die scheuen Flamingos beobachten. Dann ging es vorbei an der schönen Oase Huacachina nach Nasca. SCHARRBILDER UND MUMIEN Kurz vor Nasca sehen wir die geheimnisvollen Scharrbilder, allerdings nur vom Turm aus. Andi hat den Flug über den Linien bei seiner letzten Reise gemacht und ich, na ja ihr wisst ja… (Flugangst und Seekrank). Wir stellten uns direkt gegenüber vom Flughafen in den Garten vom Hotel „La Maison Suisse“. Hier darf offiziell für 5 Dollar (inkl. Strom, warmer Dusche und Pool) gecampt werden. Das genießen wir, und so bleiben wir einen weiteren Tag. Am übernächsten Tag wird es dann schaurig. Wir fahren zum Gräberfeld Chauchilla. Hier hat man vor einiger Zeit ein riesiges Gräberfeld mit Mumien, Stoffresten, Tonkrügen u.s.w. aus der Präinkazeit gefunden. Überall liegen die letzten Überreste verstreut im Sand herum. Einige gut erhaltene Mumien verbringen jetzt ihre Zeit in den archäologischen Museen ,und andere sitzen hier in den freigelegten Grabkammern und „arbeiten als Fotomodell“. AREQUIPA I. Durch öde und langweilige Wüste geht es, nach einer Zwischenübernachtung an einer Tankstelle, nach Arequipa. Zwischendrin mussten wir wieder zwei Polizisten an einer Mautstation enttäuschen. In Arequipa schauten wir uns nach einem geeigneten Stellplatz um. Was aber schwieriger war, als gedacht. Vor dem ersten Hotel (Hotel Posada del Puente) war ein belebter Autokreisel, und sie besaßen überhaupt keine Stellplätze. Also hieß es weitersuchen. Durch dichten Verkehr und tausend Einbahnstraßen fuhren wir dem Zentrum entgegen (wie immer!). Der zweite Tipp war gar nicht so schlecht (Hotel Libertador), leider wollten die uns nicht haben. Den genauen Grund sagten sie uns nicht, aber wir vermuten, daß die brasilianische Fußballmannschaft, die heute Abend in Arequipa spielt, da drin übernachtet und wir als „gesuchte Terroristen“ nur stören würden. Nach einem kurzen Telefonanruf wurden wir ins Hostal Las Mercedes (Av. De la Marina 1001) geschickt, die würden so was wie uns aufnehmen. Hier war die Welt wieder O.K. Nette Leute, Garten und warme Dusche für 8 Dollar (ohne 5 Dollar). Nachmittags machten wir einen Stadtspaziergang und zeigten einer Polizistin die Touristeninformation. Sie wusste es nämlich nicht, als wir sie fragten, obwohl sie den ganzen Tag gelangweilt auf der anderen Straßenseite auf und ab ging. „Nein, nichts zu danken! Dafür sind doch Freunde da!“. Sie war trotzdem in ihrem Stolz gekränkt und drehte beleidigt den Kopf weg. Die Touristeninformation gab dann auch nicht das an Informationen her, was wir erhofften. Nach dem 99-zigsten Kopfschütteln der Angestellten „Nein, sie hat keinen Stadtplan. Nein, das hat sie auch nicht. Nein, das auch nicht. Nein, das weiß sie nicht.“ usw. verließen wir enttäuscht die Information. Andi bekam schon wieder eine rötliche Gesichtsfarbe, und ich schlug vor ins Deutsch-Peruanische Konsulat zu gehen. Aber leider hatten wir da auch kein Glück. Wir trafen nur auf eine Einheimische, die wie die Dame davor, Meisterin im Kopfschütteln war. Um unsere Köpfe abzukühlen, gingen wir in die gemütliche Bierkneipe „La Casa de Klaus“ (Av. Zela), wo es echtes deutsches Weizenbier (3,5 Dollar!!!) gab. Klaus (deutscher Auswanderer) versorgte uns dann mit einigen nützlichen Tipps und Andi mit einer echten, selber gemachten, riesigen, knusprigen Schweinshaxe mit Bratkartoffeln mhm, mhm, mhm. Der Akku war wieder voll und bereit für neue Taten. COLCA CANYON In Arequipa buchten wir bei einer Agentur für nur 17 Dollar pro Kopf eine geführte Tour in den Colca Canyon (inkl. Hotel mit Frühstück ). Der Bus holte uns morgens um 8:00 Uhr vom Hotel ab. Vorbei an Vicuňa-, Alpaca- und Lamaherden schraubte sich der Bus einen 4.800 Meter hohen Pass hinauf. Jede Stunde hielt der Bus, und unser Guide klärte uns über Mensch, Tier und Pflanzen auf. In Chivay bezogen wir dann unser sauberes, aber einfaches Hotel. Danach ging es in die heißen Quellen. Am Abend gab es dann bei Inkamusik eine Trachtenshow und Tanz. Die Nacht war eisig und zum Glück schnell zu Ende. Wir wurden um 5:00 Uhr morgens geweckt. Dann ging es in den Colca Canyon. Der Bus hielt ständig, und unser Guide erklärte uns soviel, daß wir die fliegenden Kondore schon vergessen wollten. Aber endlich kamen wir am „Cruz del Condor“ an. Sie flogen noch nicht. Der Kondor ist einer der größten Raubvögel der Welt und kann eine Flügel-spannweite bis zu 3 Metern haben. Die männlichen Tiere bringen ein Gewicht von bis zu 11 kg auf der Waage (so schwer wie ein fliegendes Schwiegerhündchen!). Nach einer halben Stunde warten, kamen sie dann. Erst einer und dann die anderen. Sie schwebten wie Flugzeuge durch die Luft. Die wartenden Touristenmassen hielten ihre Kameras bereit. Lautlos schwebten die mächtigen Vögel an uns vorüber. Klick, klick. Leider waren sie für meine Digitalkamera zu schnell. Bevor ich bereit war zu klicken, war der große Vogel schon wieder in einer Felswand verschwunden. Müde und geschafft ging es zurück nach Arequipa ins Hotel. AREQUIPA II In der Früh schaute ich mir das Kloster Santa Catalina (ein Muß!! mind. 2 Stunden) an. Am besten gleich um 9:00 Uhr reingehen, weil man da noch am besten fotografieren kann. Später sind die Gassen voll mit Gruppen, und man hat keine Chance mehr, ein Foto ohne „Touri“ zu machen. In den Gassen herrscht eine unglaubliche Ruhe, obwohl man direkt im Stadtzentrum ist. Geführte Touren werden auch angeboten, aber ich wollte alleine die alten Gemäuer erkunden. Ich fand das Kloster so schön, daß ich beschlossen habe, Nonne zu werden. Andi protestiert ! Er fuhr übrigens in der Zeit in eine Autowerkstatt. Ja, auch wir haben mittlerweile ein Problem am Auto. Durch Klaus bekamen wir eine gute Autowerkstatt („Spitzer“, Richtung Flughafen). Der Besitzer spricht gutes Englisch, und so konnten wir uns einigermaßen verständlich machen. Bei uns klapperte ständig etwas, aber nach einem gründlichen Check lag es nur an losen Schrauben und an einem losen Blech im Auspufftopf. Bei der Gelegenheit ließen wir die hinteren Bremsbeläge neu machen. Leider wurden zu dicke Beläge aufgezogen, und so wurde ein ganzer Tag mit Schleifpapier (!) verbracht. Abends, als wir zurück ins Hotel fuhren, wurden die Räder heiß. Prima, eigentlich wollten wir schon längst in Cusco sein. Zurück am Hotel „Las Mercedes“ trafen wir auf Brigitte und Hermann, die schon seit zwei Jahren unterwegs sind und Zeit ohne Ende haben. Plauder, plauder, quatsch, quatsch. Am nächsten Tag ging es wieder in die Werkstatt. Nun war alles O.K., aber wir stehen wieder im Hotel, weil morgen im ganzen Land Generalstreik ist. Im Fernsehen sahen wir die Aufstände in Potosi (Bolivien) und Lima. Da ich wahrscheinlich der größte Angsthase auf der Welt bin, blieben wir noch. Sicher ist sicher. Am nächsten Morgen öffneten sich erneut die Tore vom Hostal, und wir staunten nicht schlecht, als zwei weitere europäische Autos in den Hof fuhren. Jetzt waren wir schon vier Autos. Es waren Miriam + Carlos aus der Schweiz und Doris + Marcel mit Hund Yukon aus Österreich. Beide auch schon länger Unterwegs. Sie kamen aus dem Süden, wo wir hin wollen. Also gab es jede Menge zu erzählen. Nochmals DANKE für die vielen Tipps und die Übernachtungsliste. KALTE FÜSSE Über Juliaca ging es nach Cusco. Zwischendrin mussten wir eine Straßensperre umfahren und in Juliaca mindestens tausendmal fragen, wo es denn jetzt eigentlich nach Cusco hingeht. Es fehlten die Schilder und der Asphalt, holper, holper…. Wir fanden schließlich doch die Straße und blieben für die Nacht in der Pampa stehen. In der Nacht wurde es sehr kalt (minus zehn Grad, im WOMO zum ersten mal MINUS). Wir sind zwar jetzt im Besitz eines elektrischen Heizofens (tolle Sache!), aber was macht man, wenn man keinen Strom hat? Genau, man macht einfach die Gasheizung an! Die ist aber sehr laut und die ganze Nacht wach bleiben? Nee!! Also, näher zusammenrutschen und Daunendecken, Wolldecken und sonstige Decken übergeschmissen. In der Früh kam es dann vom Bad: „Michi, das Wasser läuft nicht mehr ab. Hast Du irgendwas reingeschüttet?“ Typisch, oder? Auf die Idee, daß die Leitung zugefroren ist, kam er natürlich nicht. Erst später, als wir die Heizung wieder anschmissen, machte es „Plopp“, und die Welt war wieder in Ordnung. CUSCO Nach einigen Ruinen und Kirchenbesuchen erreichten wir Cusco. Wir stellen uns in den Garten vom Club Hotel (nähe dem Kolosseum, 5 Dollar mit Strom). Mit einem Taxi (2 Soles) ging es zur ersten Stadtbesichtigung. Enge Gassen mit Inkamauern, schöne Kirchen, und viele „Touris“ bilden das Stadtbild. Wir stärkten uns abends bei „Granja Heidi“ (Deutsche). Hier gibt es Bücher zum Tauschen, alte Spiegelzeitungen und Spätzle. Abgenommen haben wir bisher nicht, auch die einheimische Küche ist sehr gut. Neandertaler Andi bekommt am anderen Tag seine „Wolle“ vom Kopf (endlich kann ich mich rächen!). Wir kauften das Touristen Ticket, es gilt für einige Ruinen und Museen. RUINEN Ruinen, Ruinen, Ruinen. …Ich will nicht mehr…Ich kann nicht mehr... Nach Cusco besuchten wir die Ruinen: Sacsayhuaman, Q´engo, Pukupukara, Tambomachay und Pisac. Die Letztere ist riesig und am interessantesten. Man braucht mindestens einen halben Tag (lohnenswert!). Da die Inkas sehr sportlich waren, führten viele, viele Treppen hinauf in die Stadt (gut gegen Bierbauch und Orangenhaut !). Mit letzter Kraft schlichen wir uns abends in unser „Haus“ zurück. Wir blieben für die Nacht bei den Ruinen. Am anderen Morgen besuchten wir den Dienstagsmarkt in Pisac und kauften kräftig ein. Leider ist unser Auto zu klein, sonst hätten wir den ganzen Markt gekauft. In „Ulrike´s Café“ aßen wir uns mit echtem und „besten Käsekuchen der Welt“ voll. Klar, nahmen wir bei dieser seltenen Gelegenheit einen Vorrat mit. Weiter ging es über Urubamba zur „Moray“-Ruine. Danach zu den Salzterrassen („Salinas“). Eine einspurige Piste führte uns in Serpentinen hinunter. Abenteuerlich wurde es dann, als uns ein Bus auf halbem Weg entgegenkam. Was nun? Es gab keine Ausweichmöglichkeit, rechts der Abhang, links der Berg. Man muss dazu sagen, wir haben kein Allrad, und „Speedy“ weigert sich rückwärts auf Schotter den Berg hinauf zu fahren. Ich nahm schon mal Abschied von meinem Gatten und stieg lieber aus. In Millimeterarbeit wurde das ganze Unternehmen in zehn Minuten bewältigt. Unter dieser nervlichen Anspannung haben wir uns den Käsekuchen reichlich verdient. Schmatz, mhm, schmatz. Wir blieben für die Nacht in der Pampa, oberhalb der Salzterrassen. OLLANTA Wir sind am Endpunkt der Straße angekommen. Von hier geht es nur noch mit Zug nach Machupicchu weiter. Wir stehen im Garten der Ollantaytambo Lodge (5 Dollar ohne Strom und ohne Dusche, auch für das Parken). Unfreundliche, geizige Leute, die alles beobachten, was wir machen. Die Züge nach Machupicchu haben Wucherpreise. Der teuerste kostet 80 Dollar, der billigste (Nachtzug) 24 Dollar pro Kopf. Ehrlich gesagt, ich will mir Machupicchu nicht mehr anschauen. Mir ist die Lust vergangen, zu viele Touristen und Wucherpreise. Aber Andi meint, ich sollte mir Machupicchu schon anschauen. Heute Abend fahren wir und bleiben drei Nächte. M I C H A E L A
23.07. bis 29.07.04 41.300 bis 41.900 km
WELTKULTURERBE MACHUPICCHU – WOHIN
Bevor uns der Abendzug (weil mit 24 Dollar am preiswertesten) nach Aguas Calientes (unterhalb von Machupicchu) bringt, besuchen wir noch die Tempelburg „Ollantaytambo“. In der „Touristenstraße“ finden wir nach nächtlicher Suche ein Hostal. Noch schnell ein Bier, um Mitternacht sind wir im Bett. 5:30 Uhr, der Wecker klingelt, wir wollen ja frühzeitig die Stimmung dieser (einst) mystischen Inkastadt erleben. Der (Wucherpreis-) Bus bringt uns auf einer Serpentinenstraße zum Eingang. Hier werden jedem Besucher 20 Dollar abgeknöpft. Wenn ich bedenke, dass man für 50 Dollar ein Jahresticket für alle US-Nationalparks bekommt, eindeutig zu hoch. Um 7 Uhr stehen wir dann (ohne Frühstück) mit 200 Schaulustigen am Aussichtspunkt oberhalb der Ruinenstadt. Die Sonne steigt über den Bergkamm empor, Mystik kann ich nicht verspüren. Wir flüchten zum Sonnentor. Es wird ruhiger. Der Blick auf diesen einzigartigen Ort ist grandios. Ganz alleine wandern wir auf dem legendären Inkaweg bis Winaywayna. Doch wir stehen vor verschlossenem Tor. Um die Ruinen zu besuchen, müssten wir erst bei einer Agentur in Cusco eine teure Tour auf dem Inkatrail buchen. Bei dieser Art von Abzocke bleibt mir die Spucke weg. Auch mein Bestechungsversuch scheitert, für uns bleiben die Ruinen unerreichbar. Also wieder zurück in das Touristenmeer. Wir relaxen erst mal auf einer Inkaterrasse. Gegen 14 Uhr wagen wir uns an die Besichtigung. Handwerks- und Wohnviertel, Heiliger Felsen (hier tanken wir Energie), Intipampa (Sonnenfeld), Intiwantana (Ort, an dem die Sonne angebunden wird), Heiliger Platz, Palastviertel, Amanahuasi (16 Bäder) sind in 2 Stunden abgelaufen. Wir sind am Ende. Dusche, Pizza, Bett. Ja, Machupicchu, wir haben dich gesehen. Leider wirst du täglich zum „Disneyland“ degradiert. Auf deinen Terrassen liegen die Besucher wie im Freibad. An deinem Eingang stehen die Schlangen wie vor einem Bierzelt auf der „Wies´n“. Auf deinem Opferstein liegen Besucher. Dein Aussichtspunkt ist belagert. Wo ist die Ruhe, die Mystik, die Hiram Bingham vor 93 Jahren vorfinden durfte ? Ein herausragender Platz auf unserer Erde geht seinen Weg, so wie wir es wollen. Vielleicht geht bald eine Seilbahn zum Waynapicchu, zum „Jungen Gipfel“. Am nächsten Tag starte ich noch einen Versuch Winaywayna zu erreichen. 4 Kilometer laufe ich entlang der Bahnlinie, bis mir der Weg bei der Ruine Choquesuysuy erneut versperrt wird. Zurück nehme ich den „Nature Walk“ und werde fast von einem „Spectacled Bear“ angegriffen (zum Glück war dieser hinterm Maschendrahtzaun). In der Früh (5:45 Uhr) steigen wir in den Morgenzug. Nach 20 Kilometern stehen wir für 5 Stunden in der Pampa und warten auf eine neue LOK, danke PERUrail. Wieder in Ollanta sehen wir den Sieg der Brasilianer im „Copa Amerika“ (in allerletzter Sekunde). Über das Bergdorf Chinchero (Kirche, Ruine, Parade) fahren wir zurück nach Cusco. Am Hotel Club stehen Franzi und Erich, mal wieder aus der Schweiz. Sie sind mit ihrem Toyota in Südamerika unterwegs (www.el-amarillo.ch). Noch ein weiterer Tag in Cusco (Wäsche, Museen, Abendessen mit Franzi und Erich), und wir fahren am Unabhängigkeitstag 388 Kilometer bis Puno am Titicacasee. Noch einmal verbringen wir einen netten Folkloreabend mit den beiden Schweizern. Wir besteigen noch eine kleine Schilfinsel (die sogar Michi trägt) und besuchen das Schiff „M.S. Yavari“. Dann geht es entlang dem Titicacasee nach Copacabana in Bolivien. Wir erleben den bisher einfachsten Grenzübergang (30 Minuten, ohne Kosten, ohne Inspektion). A N D R E A S
.. |