REISEBERICHT NICARAGUA

 

 #Nicaragua - Land im Aufwind

 

 

 

 

05.03. bis 10.03.04                                                                 33.650 bis 34.200 km

 Nicaragua - Land im Aufwind

 

Wie die Wilden stürzten sich die Grenzhelfer und Kinder auf uns. Aber sie

verwechselten uns nicht mit irgendwelchen Stars und wollten deshalb auch kein Autogramm, sondern sie wollten Geschäft machen. Nachdem sie Andi endlich ausstiegen ließen, wurde einer auserkoren.

Während Andi die bereits geschilderten Grenzformalitäten erledigte, habe ich in der Zeit wie ein Hund auf das Auto aufgepasst und beobachtete das ganze Geschehen. Ab und zu flitzte Andi mit seinem Grenzhelfer vorbei. Währendessen wurden unser Auto und die vielen Aufkleber bewundert. Ab und zu rannten auch welche gegen die Kiste, weil sie ihre Augen auf die wichtigen (!) Papiere hielten. Jetzt ist sie auch wieder sauber.

Nachdem der Beamte vor lauter Schwärmen („Oh, muy bonito“) gar nicht mehr aus unserem Auto raus wollte, wurde es draußen langsam voll. Der Platz wurde zu -geparkt mit LKW`s (warum haben einige sehr wenig Hirn bzw. kein Hirn ???).

Nachdem wir erstmal einen Weg durch die Kolosse gefunden hatten, fuhren wir auf einer erstklassigen Straße zum nächsten Ort. Dort erledigten wir erstmal einige Sachen wie Einkaufen, Geld wechseln, Tanken und Beobachten (wie wir von der „neuen“ Bevölkerung aufgenommen wurden). Aber wir merkten nichts Besonderes. Die oft negativen Berichte machten uns ein wenig misstrauisch, aber wir wurden ganz normal behandelt. Ein Straßenverkäufer begrüßte mich sogar mit Handschlag.

Im „Schwarzwald“

Wir fuhren über Matagalpa in den „Schwarzwald“ zum Hotel „Selva Negra“, ein von deutschen Auswanderern betriebenes Hotel. Das Hotel liegt auf einem Berg in einem kleinen Naturschutzgebiet. Die Anfahrt führt durch Kaffeeplantagen hindurch, wo wir auch Kinder bei der Arbeit sahen. Nachdem wir die Chefin überzeugten, daß wir wirklich kein Zimmer brauchten und auch keine Dusche oder Klo benötigen, durften wir für 10 Dollar bleiben. Abends gingen wir dann Sauerkraut mit Röstkartoffeln und „Würstel“ essen und träumten von einem neuen Grenzübergang in Nica. Andi hat doch an der Grenze den Auftrag erhalten ein neues Grenzgebäude zu bauen. Während Andi ein Hundertwassergebäude und eine riesige in Gold gegossene Statue von ihm bauen lassen will, ließ ich schon mal den Papst und den Bundeskanzler für die Einweihungsfeier einfliegen. Für so ein Wunderwerk der Architektur braucht man natürlich einen ausgeschlafenen Meister, also gingen wir früh schlafen und träumten vom großen Durchbruch in Nicaragua.

Am nächsten Tag machten wir eine Wanderung. Vom Hotel gehen verschiedene Wanderwege ab, wir suchten uns natürlichen den „Romantic Trail“ aus. Dieser entpuppte sich als matschige Angelegenheit, es hattenämlich vorher ziemlich viel geregnet. Aber wir sahen trotzdem Tiere wie Brüllaffen, bunte Schmetterlinge, und Hobbyzoologe Andi identifizierte zwei kleine, verschreckte Schweinchen als Wasserschweine. Abends gab es dann hausgemachten Bergkäse und Camembert zusammen mit Roli`s Brot.

Nationalpark „Volcano Masaya“

Eigentlich wollten wir nach Leon, aber die Straße war mit Schlaglöchern übersät. Das wollten wir unserem Auto und unseren Nerven nicht zumuten, also ging es zum Vulkan „Masaya“. Die Hauptstraße nach Managua ist sehr gut ausgebaut.

Kurz vor Managua ging es Richtung Masaya weiter. Das Tolle daran, wir mussten diesmal nicht unter Schweiß zum Krater hochkraxeln, sondern man kann bis zum Krater mit dem Auto fahren. Und wer will, kann sogar „hineinfahren“, muß aber vorher noch die dicke Steinmauer durchbrechen. Wir schauten in das stinkende, qualmende, tiefe Loch des Kraters „Santiago“ und machten anschließend eine ausgiebige Wanderung durch die Vulkanlandschaft, bestaunten einen erloschenen Krater, während wir unsere „Perücken“ festhielten, weil es sehr stürmisch wahr.

Anschließend übernachteten wir am nahe gelegenen „Visitor Center“, obwohl ich doch ein ungutes Gefühl dabei hatte. Der Satz: „Was wäre wenn….“ ließ mir in der Nacht keine Ruhe. War da nicht gerade ein Brummeln? Wackelte nicht das Auto?

Altes Granada

Wir fuhren am nächsten Tag nach Granada. Es war Sonntag und noch dazu „Internationaler Welt-Frauentag“, wie wir später feststellten. In dem völlig überlaufenden „Touricentro“ am See mit viel „Bum-Bum“-Musik wollten wir nicht bleiben. Die Restaurantbesitzer bauten überall riesige Musikboxen auf und neben der großen Halle, wo „Disco“ drauf stand, wollten wir erst recht nicht bleiben. Also gingen wir auf die Suche, im Stadtzentrum. Dort fanden wir einen bewachten Parkplatz. Es war sehr heiß, aber wir nahmen trotzdem die Strapazen auf uns und besichtigten die Stadt. Die Häuser sind ähnlich wie in Antigua, bunt angemalt. Nach so einem Tag stärkten wir uns in einer Pizzeria „Don Lucas“. Laut Andi, die beste Pizza auf der bisherigen Reise. Danach „kullerten“ wir zu unserem „Knast“ (wegen den Gitterstäben). Bevor wir aber unserer Nachtruhe nachgehen konnten, mussten wir dem Parkplatzbesitzer klar machen, daß wir schon bei seinem Sohn gezahlt hatten und er nicht mehr Geld bekommt. Er nahm dann seine Tätigkeit wieder auf, nämlich Fernsehgucken bis zum Umfallen.

San Jorge – Isla de Ometepe

Über Rivas ging es nach San Jorge. Dort fanden wir ein nettes Plätzchen nahe dem Strand am Hotel Hamacas. Während Andi auf die Vulkaninsel fuhr, blieb ich zu Hause und schrieb Reisebericht. Es war nämlich sehr stürmisch, und die letzte Bootsfahrt hing mir immer noch im Magen. Außerdem wollte ich endlich mal wieder relaxen und einen „Frauentag“ einlegen…

Der kleine Ort Moyogalpa bietet nichts Besonderes. Trotzdem interessierte mich der Blick auf den aktiven Vulkan „Concepcion“ (1610 Meter). Im Dunst verschwindet der kleinere Vulkan „Madera“. Gigantisch der Nicaraguasee. Einst eine riesige Meeresbucht, dient er den Menschen heute als Lebensgrundlage. Sie waschen ihre Wäsche und die Autos. Im See stehend wird ,das Auto mit einem Eimer abgespritzt. (Andreas)

Grenze Costa Rica

Der Grenzübertritt dauerte wieder 90 Minuten. Allerdings zahlte Andi 5 Dollar Schmiergeld, um die megalange Schlange zu umgehen.

Ich freue mich tierisch auf das kommende Land. Viele haben hier schon ihr Paradies auf Erden gefunden.                                                                    M i c h a e l a

 

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