REISEBERICHT MEXIKO

 

#„Urlaub“ in Mexico – Yucatan

#MEXICO die Zweite – Wir können uns nur schwer umstellen

MEXICO – Die ersten Schritte in einer anderen Welt

 

MEXICO – Die ersten Schritte in einer anderen Welt

 8.11.bis 22.11.03                                                      24250 bis 27500 km

Das Abenteuer beginnt. In El Centro, kurz vor der Grenzstadt Calexico nach Mexicali, fängt es an. Ich bekomme Zahnschmerzen. Prima! Mein Zahn hat irgendetwas missverstanden, es heißt doch nicht Mex-ZIEHHHH-go. Was nun? Was gibt es Schöneres als in einem fremden Land zum Zahnarzt zu gehen? In El Centro finden wir einen Zahnarzt. Wir sitzen im übervollen Wartezimmer, zusammen mit Mexicanern. Hier nämlich, kurz vor Mexiko, ist eigentlich schon Mexico und nicht mehr USA. Das schließen wir daraus, daß alle nur noch Spanisch sprechen, sogar die im WAL-MART. Kaum jemand versteht Englisch. Auch in den Geschäften hängen Angebote auf Spanisch. Wir sitzen also im Wartezimmer, bis wir drankommen . Die Untersuchung ergab, daß ich langfristig eine Krone brauche. Ich habe die Wahl zwischen einer provisorischen Lösung, was etwa $ 80,-- kostet, oder einer Krone für nur schlappe $ 1025,--. Da mein Zahn tierische Angst vor dem Zahnarzt hat (es geht ja auch schließlich um seine Existenz) und ich auch noch mal drüber nachdenken muß (zitter,zitter…), wurde das Ganze vertagt.

Der Grenzübertritt in Mexicali dauerte eine Stunde. Nach dem ganzen Papierkram kam noch die Womo-Inspektion. Der Zollbeamte kontrollierte jeden Schrank und jede Tasche. Sogar meine Kosmetiktasche und Andis heilige Filme blieben nicht verschont. Endlich konnten wir fahren. Nach zwei Metern hinter der Grenze waren wir voll drin in Mexico bzw. in Mexicali. Alles war anders. Wir waren noch nie in Mexico und können kein einziges Wort Spanisch sprechen!!! Das Stoppschild konnten wir nur an seiner Form erkennen, weil „Alto“ draufstand. Der Verkehr ging noch relativ normal zu, obwohl hier zügig gefahren wird. Ich habe noch die tollen, riesigen Luxusvillen in Kalifornien in Erinnerung, und hier sehe ich teilweise nur einfache Bretterbuden. Ein kleiner Schock für mich. Weil ich nicht begreifen kann, daß sich alles so schnell verändern kann. Die Hunde laufen hier frei rum, kreuz und quer. Vier tote Hunde lagen am Straßenrand, überfahren. Hier ist es normal. Wir müssen uns sehr umstellen. Beim Pizza-Hut mussten wir auf Spanisch bestellen (Wörterbuch) und einen bettelnden Jungen und später eine Oma wegschicken. Auf der Toilette kam kein Wasser aus dem Hahn, man musste ihn erst unter dem Waschbecken aufschrauben. An der roten Ampel wurden wir von Bettlern angesprochen. Aber wir blieben hart und gaben nichts. Aber es gab auch positive Seiten. Wir wurden nett gegrüßt und durften abends neben einem Restaurant an einer Raststätte übernachten. Es ging am nächsten Tag weiter durch eine kakteenreiche und karge Landschaft.

 

Santa Ana

Wir versuchten, Leute (auf Spanisch) nach einem Campingplatz zu fragen. Aber sie verstanden uns nicht. Es lag aber, glaub ich nicht ,an unserer Unfähigkeit die Wörter auszusprechen, sondern ganz einfach, die Leute wussten einfach nicht, was Camping ist. Am Ende des Ortes gab es einen RV-Park. Der Besitzer konnte sogar Englisch. Die Dusche war gewöhnungsbedürftig. Sie war im letzten Raum einer Hausruine und war angenehm erfrischend.

Wir blieben drei Tage und putzten, sortierten und planten dies und das. Natürlich schauten wir uns noch den Ort an. Außer einer schönen Kirche gab es hier aber nichts zu sehen. Mein Zahn gibt keine Ruhe. Die Zahnärzte, die wir bisher aufgesucht hatten, hatten teilweise Ähnlichkeit mit einem Autoschlosser, und die Hygiene ließ zu wünschen übrig. Ich befürchte, wenn Andi in Cancun in der Hängematte liegt, muß ich für mindestens drei Stunden auf den Stuhl. Tolle Aussichten!!!

 

Mazatlan

Über San Carlos und Los Mochis ging es nach Mazatlan. Es ist ohne Ende schwül, sogar in der Nacht geht das Thermometer nicht unter 30 Grad. Unser Womo ist eine mobile Sauna. Ich habe Andi höchstens in der Sauna so schwitzen gesehen. Tropf, tropf, tropf. Wir fahren nur teilweise auf Mautstraßen. Diese versuchen wir meistens zu umgehen, nicht nur weil sie langweiliger sind, sondern weil sie unseren Geldbeutel zu sehr belasten. Auf der Straße „15“ ging es durch üppiges Grün und bergige Landschaft, am Rande der Sierra Madre, nach Mazatlan. Auf der Straße sahen wir viele große Spinnen und eine tote Schlange. Das Auto fahren ist hier in Mexico sehr anstrengend. In jedem kleinem Ort  gibt es die sogenannten „Vibratores“ oder auch „Topes“ genannt, die unser Auto kräftig durchschütteln lässt. Es sind entweder waschbrettartige Rillen oder große Asphalthügel, die bewirken sollen, daß der Verkehr in den Ortschaften nicht durchrast. Leider sind diese oft schwer zu erkennen, weil sie teilweise nicht kenntlich gemacht sind. Man muß höllisch aufpassen, daß man keinen übersieht, sonst kann das Auto einen ziemlichen Schaden nehmen. Selbst, wo nur zwei Häuser stehen, sind diese schei… Dinger. Es ist sehr anstrengend, weil man auch noch auf andere Sachen achten muß. Auf Radfahrer, frei laufende Tiere, Bauarbeiter, riskante Auto- und LKW-Fahrer, die auch in der Kurve überholen.

Mazatlan ist typisch touristisch. Es stehen hier einige Luxushotels, und es gibt ausgedehnte Sandstrände. Natürlich mussten wir uns noch die Altstadt angucken und waren überrascht, daß es zwischen der Markthalle und den anderen einfachen kleinen Shops ein super nobles Kaufhaus gab. Man geht rein, und es ist wie in Deutschland. Es gibt hier Parfüms (Lagerfeld etc.) und andere teuere Markenartikel. Auch waren wir über das tolle Café an der Marktkirche überrascht. Hier haben wir tolles Gebäck und Torten bekommen, für nur wenig Geld.

Heute hatte ich das Vergnügen mit kleinen Tierchen in den  Duschen (und das ganze ohne Aufpreis!). In der einen Dusche war ein fetter schwarzer Käfer, in der anderen eine große Kakerlake. Ich entschied mich für die Kakerlake, die war schnell im Versteck verschwunden, als ich das Wasser aufdrehte. Der Käfer blieb hartnäckig.

An diesem kostenlosen Zusatzservice muß ich mich auch erstmal gewöhnen, obwohl ich gerne drauf verzichten würde. Aber wie heißt es so schön: „ Andere Länder…“

 

 

Puerto Vallarta

Über Tepic ging es nach Puerto Vallarta. Die Landschaft und die Luft ist hier sehr tropisch. Es ist heiss und schwül. In Puerto Vallarta wollten wir eigentlich auf einen Campingplatz gehen, hier soll es angeblich so viele davon geben. Wir fanden später aber nur einen einzigen. Die Campingplätze sind hier so gut wie gar nicht mehr ausgeschildert, und wir müssen mühselig  in Hotels nachfragen. In Puerto Vallarta ist Andi in eine Einbahnstraße gefahren, und schon hielt uns die Polizei an. Leider verstehen selbst die Beamten kein Englisch. Nachdem der Beamte unsere Internationale Zulassung einbehalten wollte, habe ich rot gesehen. Was leider ein Fehler war. Da ich eh schon genervt war (bei 36 Grad und langer Autofahrt) bin ich todesmutig auf den Beamten los und wollte ihm  das Original  aus den Händen reißen. Darauf beschimpfte er mich auf Spanisch und wollte mit unserem Original(!) davonfahren. Zum Glück konnte Andi die Situation retten und belaberte ihn auf Englisch, obwohl der Polizist kein Wort verstand, war er zum Glück wieder freundlich gestimmt, und wir konnten fahren. Glück gehabt. Dieser Fehler von mir wird garantiert nicht mehr vorkommen, und ich ärgere  mich selbst, wie doof man eigentlich sein kann.

In Puerto Vallarta tranken wir dann ordentlich Margarita (Tequila-Cocktail) und danach war schon wieder alles vergessen.

 

Barra de Navidad

Barra de Navidad ist ein kleines Fischerdörfchen mit schönem Sandstrand. Hier staunten wir nicht schlecht, als es abends gegen unsere Tür klopfte und Esther und Petr aus der Schweiz vor unserer Tür standen. Das sind zwei Gleichgesinnte, die wie wir nach Feuerland wollen. Sie sind aber schon viel länger unterwegs und wollen noch nach Australien (siehe www.estherundpetr.ch). Bisher  kannten wir uns nur vom Internet, und plötzlich stehen sie vor uns. Wie klein ist doch die Welt. Die netten Zwei haben ähnliche Planung wie wir und bestimmt wird man sich auf der Tour noch mal begegnen.

Nach einem ausgiebigen Plausch ging es am nächsten Tag weiter auf der „MEX 200“ Richtung Acapulco.

 

Küstenstraße nach Acapulco

Wir fahren die „MEX 200“ und kommen oft durch Militärkontrollen, die uns aber zum Glück immer durchwinken. Seit wir in Mexiko sind, haben wir bestimmt 20 Militärkontrollen gesehen, die aber bis jetzt nichts von uns wollten. Sie sperren die Straße und kontrollieren die LKW´s, Busse, aber manchmal auch Autos. Das Militär arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Wir werden oft von Militär oder Polizei mit ihren Pick-UP´s überholt. Die „Pappnasen“ in Uniformen stehen hinten auf der Ladefläche mit übercoolem Blick und Maschinenpistole um den Hals. Das mit diesen Leuten nicht zu Spaßen ist, mussten wir mit eigenen Augen ansehen. Mitten auf der Straße wurde ein Mann (Verbrecher oder auch nicht?) von vier (!) Männern auf dem Pick-Up geladen und mit Händen und Füßen ziemlich schwer zusammengeschlagen. Ein anderer winkte uns an dieser Stelle vorbei, natürlich übercool, nach dem Motto wir sind hier die Macht und der Boss. Später überholten sie uns. Der zusammengeschlagene Mann lag hinten auf der Ladefläche. Mit geladenem Gewehr am Kopf. Immer wieder sehen wir Polizei mit Blaulicht oder Militär. Alle schwer bewaffnet. Man könnte fast den Eindruck bekommen, daß das Volk hier ein wenig zu hart drangenommen wird. Das Ganze gibt dem Land einen ziemlich negativen Touch. Ich habe Schwierigkeiten neben der vielen Armut, den Straßentieren, der seltsamen Polizei und dem Militär, das Land als schön zu bezeichnen. Obwohl die Leute alle sehr nett und hilfsbereit sind und das Land seine Reize hat, wenn es nicht so schwül wäre.

Heute geht’s nach Acapulco bei schwülen 32 Grad im Schatten.           M i c h a e l a

 

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23.11. bis 20.12.03                                                                             27.500 bis 30.200 km

 

MEXICO die Zweite – Wir können uns nur schwer umstellen

 

Acapulco

 

Ca. 20 km westlich von Acapulco sind wir auf einen KOA-Campground gegangen. Nicht nur, weil er eine Bushaltestelle nach Acapulco bietet, sondern auch, weil er einen Waschservice hat. Er liegt direkt am Pazifik mit schönem weißen Sandstrand. Dort erholten wir uns ein wenig, bevor es ins Getümmel von Acapulco ging.

„Perle des Pazifiks“ so steht es im Reiseführer. Was an Acapulco so schön sein soll, weiß ich allerdings bis heute nicht. Natürlich mussten auch wir die berühmten Felsenspringer sehen, die sich aus ca. 35 Metern kopfüber, vorbei an den scharfen Felsen, in das Meer stürzen. Was uns gewundert hat, es waren nur mexikanische Touristen hier. Zurück am Campingplatz staunten wir nicht schlecht, die Tore waren geschlossen (20:30 Uhr), und niemand war zu sehen. Erst nach 15 Minuten kräftigem Gebrüll und Rütteln am Gitter kam jemand mit Schlüssel im Schneckentempo „angerauscht“.

 

Tequesquitengo Lake

 

Wir fuhren auf der Autobahn Richtung Mexiko City, wo wir schon bald unsere Lieben im Empfang nehmen werden. Am Tequesquitengo Lake übernachteten wir bei einem Kindergarten. Was uns aber gar nicht bewusst war, es sah eher wie eine Sportanlage aus. Diese Übernachtung und der kleine Fehler von Andi brachte uns am nächsten Tag in ziemliche Schwierigkeiten.

Der nächste Morgen begann so: Wir sahen  Kinder mit Müttern vor dem Haus. Nichts Besonderes, Kindergarten oder Schule, dachten wir. Andi hielt seine Kamera auf spielende Kinder und wollte knipsen, die Kinder waren aber im Schatten, also doch kein Foto. Schwerer, schwerer Fehler………..

 

Wir landen bei der Polizei und werden der Kindesentführung angeklagt

 

Wir fuhren, nichts Böses ahnend, zu einer alten, als Luxushotel umgebauten „Hacienda Vista Hermosa“. Wir schauten das schöne alte Haus an und frühstückten ausgiebig. Als wir gutgelaunt aus dem Hotel kamen, war ein tierischer Menschenauflauf mit Polizei vor dem Eingangstor. Wir dachten erst ein Politiker oder ein Star kommt gleich, aber nein, sie warteten auf uns.

 

Aber alles weitere von Andi:

Ein ganz finsterer Mexikaner der allerübelsten Sorte (mit Goldarmbanduhr !) behauptet, ich fotografiere seine Kinder, um sie später zu entführen, zu vergewaltigen, zu töten. Die Polizei fragt nach der Kamera. Ich zeige die Digitalkamera und verneine, noch weitere Kameras zu besitzen. Die Mutter (ebenfalls eine widerliche Person) sagt, es sei eine große Kamera gewesen. Ich gebe zu, diese zu besitzen, aber die Kinder nicht fotografiert zu haben. Der Kindergärtner übersetzt, als einzigst Englisch Sprechender, die Situation. Wir werden aufgefordert, im Polizei-Pick-up Platz zu nehmen. Im Polizeipräsidium folgt eine lächerliche Diskussion vor einem sichtlich unbeteiligten Polizei-Chef. Ich belichte den Film und knalle ihn erbost auf den Tisch. 3 Fotoläden können den Film nicht sofort entwickeln. Die peinliche Familie fordert Kopien unserer Pässe. Nach langem Überlegen wird der Diafilm nach Cuernavaca gebracht. Wir stehen noch eine Weile dumm rum und werden zum WOMO zurückgebracht. Eine halbe Stunde wird das WOMO nach Kinderaufnahmen durchwühlt. So will es der finstere Vater, vor dem die Polizei großen Respekt hat (warum auch immer). Zum Glück bleiben meine 200 Diafilme, nach einem kritischen Blick, unbeachtet. Ich versichere ,sie seien alle unbelichtet, was natürlich nicht stimmt.

Nun sind alle weg und wir stinksauer. Wir warten auf den entwickelten Film und ahnen, dass nichts mehr geschehen wird. Nach einer weiteren Stunde kommen die „Gestalten“ vom Mittagessen zurück, natürlich ohne Film. Nach 10 Minuten fahren sie davon, wir auch.

Jetzt ahnen wir, warum die „Hacienda Vista Hermosa“ nahezu touristenleer ist…

 

Kommentar von mir:

Die Sache war einfach zu lächerlich. Das Volk machte sich anscheinend ein Spaß draus,uns zu „quälen“. Wahrscheinlich aus Langeweile und weil sie wussten, daß die Polizei hinter ihnen stand. Sie genossen die Macht. Sie drehten jedes Wort im Mund um. Unschuldig-schuldig. Ein furchtbares Gefühl. Wie schnell man ein „Täter“ werden kann ohne etwas gemacht zu haben. Wir waren bis hierher so enttäuscht von Mexiko, daß wir dieses Land so schnell wie möglich verlassen wollten. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund mehr, warum wir im Westen so gut wie keinen einzigen Tourist gesehen haben. Das Ganze ist für einen „normal“ Urlauber, der sich nur erholen will, einfach zu viel.

 

Nach dieser ganzen Sache fuhren wir über etliche Dörfer mit vielen, vielen „Topes“ und Lkw´s weiter Richtung Mexiko City. In einem Dorf, den Namen habe ich leider vergessen, übernachteten wir auf einem Freibadgelände in einer noblen Gegend. Man glaubt es kaum, dieses Dorf ist abgeteilt zwischen Arm und Reich. Wir fuhren durch das Dorf,und plötzlich kommt eine Militärgrenze. Dahinter stehen noble Häuser von reichen Mexikanern. Alles ist penibel sauber, das Gras Millimeter genau kurz geschnitten. Alles ist streng bewacht. Genau da gab es ein Freibad mit Camping- Möglichkeit. Nach dieser ganzen Sache mit der Polizei wollten wir sicher stehen, also blieben wir auf dem Platz.

Nervlich wieder gestärkt ging es am nächsten Tag vorbei am Vulkan „Popocatepetl“ nach Los Reyes.

 

Mexico City- wir kommen

 

In Los Reyes, einem Vorort von Mexico City, suchten wir für Andi´s Eltern ein Hotel. Ein Stundenhotel ,wie wir später merkten. Es war eine Art Bungalow-Anlage mit jeweils eigener Garage. Es hätte uns eigentlich auffallen müssen. Der Preis war jeweils für sechs Stunden, an den Wänden waren Spiegel und Aktfotografien, die Dusche war auffällig groß. Da wir in solchen Sachen ja noch so grün hinter den Ohren sind (grins), haben wir eigentlich nur auf die Sauberkeit und Qualität der Betten geachtet, und das war für mexikanische Verhältnisse Luxus pur. Später haben wir uns köstlich darüber amüsiert, wie die Autos in ihre Garagen fuhren und das Zimmermädchen schnell das Garagentor schloss, damit man die Liebenden nicht erkennt. Je nachdem kamen die Liebenden nach zwei, drei Stündchen wieder heraus und fuhren davon. Die längsten Besucher werden jetzt wohl Andi´s Eltern sein, mit 36 bezahlten Stunden, halten sie wohl den absoluten Rekord. Ja, ja das nennt man Standfestigkeit !

Mexico City

 

Bevor wir die Eltern vom Flughafen abholten, besuchten wir erst mal Mexiko City, natürlich mit der Metro. Das Metro Netz ist leicht durchschaubar und praktisch, aber leider sind die Waggons sehr eng. Einfach zu viele Leute. Wir schauten den Zocalo und die Kathedrale an und waren überrascht, wie wenig Verkehr hier war. Gerade hier sollte der Verkehr ein absoluter Horror sein.

 

Das große Wiedersehen

 

Leider bekam ich eine riesige Erkältung, und so blieb ich am nächsten Tag, der Ankunftstag der Eltern, im WOMO, um mich zu schonen. Andi fuhr allein zum Flughafen. Abends um ca. 22:00 gab es endlich die lang ersehnte Wiedersehens-freude. Mit vielen mitgebrachten Sachen aus der Heimat war es wie Weihnachten. Schwiegerpapa Henning nahm das Geständnis „Stundenhotel“ ziemlich belustigt auf und hatte absolut nichts gegen dieses Hotel, aber auch Schwiegermama Gudrun sah es mit einem lachenden Auge. Nach etlichen Bieren, einer FlascheTequilla und Stunden der Kommunikation (hicks), war das Hotel schon fast wie ein „Sheraton“ (hicks).

 

Ruinenstadt Teotihuacán

 

Nach einem Ruhetag im Stundenhotel (ungewöhnlich ,aber wahr!) brachen wir auf, um die Ruinenstadt Teotihuacán zu besuchen. Die von Los Reyes schlecht ausgeschilderte Ruinenstadt ist in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen worden und ist absolut lohneswert. Die Ruine liegt ca. 50 km nordöstlich von Mexico-Stadt, laut Reiseführer gibt es von dort aus Busverbindungen.

 

Ruinenstadt El Tajin

 

Auf der „Mex 130“ besuchten wir eine weitere Ausgrabungsstätte El Tajin, auch absolut lohnenswert. Das Schöne daran, wir waren fast ganz allein in der Anlage, und so konnten wir uns ein wenig in die damalige Zeit rein  versetzen. Vor dem Eingang ragt ein über 20 Meter hoher Mast für „Voladores“ Vorführungen auf. „Voladores“ heißt soviel wie „fliegende Menschen“. Diese haben wir dann nach der Besichtigung der Ruine auch noch gesehen. Es war früher einmal eine spirituelle Handlung gewesen und heute eine Touristenattraktion.

Die Handlung läuft so ab: 5 Männer kreisen in einem spirituellen Tanz um den Mast. Einer spielt auf einer Flöte dazu. Danach gehen alle Männer hintereinander auf den Mast, oben wird wieder geflötet. Dann binden sich die Männer Seile an die Füße, was anschließend um den Mast aufgewickelt wird. Die Männer lassen sich dann kopfüber vom Mast fallen und kreisen sich in immer größer werdenden Runden runter.

Nach dieser Schwindel erregenden Show fuhren wir weiter zum Golf von Mexiko und suchten für die Eltern ein „normales“ Hotel. Was leider nicht so leicht war, denn die Küste ist touristisch so gut wie unerschlossen. Was uns noch auffällt, es gibt hier keine Militärkontrollen und so gut wie keine Polizei. Die Leute hier sind richtig nett und bemühen sich, uns zu helfen, wo sie nur können.

 

 

 

Laguna de Catemaco

 

Über Alvarado sind wir zur Laguna de Catemaco gefahren. Dort blieben wir einige Tage und machten von dort aus Ausflüge ,z.B. besuchten wir eine Tabak-Fabrik mit hauseigenem Shop. Die Tabak-Fabrik bzw. Zigarrenfabrik liegt bei San Andrés Tuxtla direkt an der Straße Richtung Catemaco (gelbes Gebäude). Der Eintritt ist kostenlos, aber ein Trinkgeld für den Führer ist schon angebracht. Der Tabak wird in der Region angebaut und kommt dann in die Fabrik, wo die Blätter in Wasser eingeweicht werden. Zwei Männer schütteln diese Blätter mit Hand (!) aus (es stinkt ziemlich) und legen sie anschließend sorgfältig auf einen Stapel. Die Blätter werden anschließend zurechtgeschnitten und in einer unglaublichen Geschwindigkeit zusammengrollt und die Enden verklebt. Die Menschen hier werden nach Akkord bezahlt. Der Führer erklärte uns, daß jeder seinen eigenen Akkord hat und jeder unterschiedlich bezahlt wird, je nach Schnelligkeit eben. Die fertigen Zigarren werden per Hand (!) in Folie verpackt und in wunderschöne Holzschachteln gelegt. Eine ziemlich eintönige Arbeit. Wir konnten es nicht lassen, uns selber einige Zigarren zu kaufen, mal sehen wann die Gelegenheit dafür kommt, sie zu rauchen.

Einen weiteren Ausflug unternahmen wir nach Nanciyaga, wunderschön im tropischen Regenwald gelegen. Wir erkundigten mit Führer einen Naturlehrpfad und fuhren mit einem Boot zur Affeninsel. Die Affeninsel „Los Changos“ ist eine kleine Insel, wo freigesetzte Affen (Makaken) leben, die man aber nicht betreten darf. Aber allein die kurze Fahrt dahin ist ein Genuss. Anschließend aßen wir im gemütlichen Urwald-Restaurant eine köstliche Suppe und beobachteten die Vögel. Tja, und dann gab es noch den Ausflug nach dem kleinen Städtchen „Tres Zapotes“. Eigentlich wollten wir uns da Olmeken-Köpfe anschauen. Haben wir auch, aber leider war das Museum überhaupt nicht ausgeschildert, und die einheimische Bevölkerung wusste auch nicht so richtig, wo diese Köpfe sind. Nach langem Suchen haben wir sie dann doch endlich gefunden. Ja, die Welt ist groß und manchmal so klein.

 

Die Plattfuß-Geschichte

 

Morgens halb zehn in Mexiko, Frisur sitzt, Leihauto von Henning hat einen Plattfuß. Mist. Ein netter, gut gekleideter Mexikaner Junge machte uns als erster auf diese Misere aufmerksam. Erstaunlicherweise konnte er sehr gut Englisch. Wow, dachte ich, der erste Englisch sprechende Mexikaner. Wir haben bis jetzt außer dem komischen Kindergärtner keinen weiteren Englisch sprechenden Mexikaner getroffen, noch nicht mal in

5- Sterne-Luxushotels, deshalb bin ich sehr überrascht. Der nette Mexikaner bot gleich seine Hilfe an, das Rad zu wechseln, was wir dankend annahmen. Irgendwie trauten wir der ganzen Sache nicht, weil der Reifen nur halb leer war und es gab keine Anzeichen, daß der Reifen irgendwo beschädigt ist. Nach einiger Zeit sind wir uns einig, bei dem Reifen wurde absichtlich die Luft rausgelassen. Der Junge montierte das Ersatzrad ziemlich schnell, er muß so was öfters machen. Es ist nur eine Vermutung, aber wir glauben ,der nette Junge war es, um sich einige Pesos zu verdienen. Wie er gemerkt hat, daß wir auf sein Trick nicht reinfallen, wollte er plötzlich kein Geld. Er verschwand so schnell aus dem Hotel, wie er aufgetaucht war. Der Trick ist raffiniert und klug. Mit dieser Methode hat man bestimmt einigen Erfolg.

An der Tankstelle füllten wir das Rad wieder mit Luft, und siehe da, der Reifen hält.

Der letzte Ausflug von Catemaco ging dann nach La Barra am Atlantik. Das man nach La Barra nur noch mit Boot hinkommt, haben wir auch erst später erfahren. Die Bootsfahrt war eine ziemlich nasse Angelegenheit. Es goss in Strömen. La Barra hat nicht viel zu bieten außer einem Sandstrand und ein zwei Restaurants, wo ich lieber nicht essen würde.

 

Palenque

 

Mit einer Zwischenübernachtung in einem Autohotel ging es weiter nach Palenque. Dort quartierten sich die Eltern in einem tollen Hotel ein, und wir durften auf dem Hotelparkplatz bleiben. Nach dem Besuch von den ganzen Ruinen faulenzten wir in den Hängematten vom Hotel, um uns zu erholen und ließen uns vom Restaurant mit tollem Fisch verwöhnen. Ab und zu wurden wir vom hauseigenen, 8-monatigen Affen gestört. Das süße Äffchen war sehr zutraulich, und wir amüsierten uns köstlich über seine Attacken und Purzelbäume. Dann kam der Tag des Abschieds. Unter Abschiedstränen fuhren die Eltern zurück nach Mexiko-City. Warum Abschiede immer so schlimm sein müssen? Wir blieben noch einen Tag, um uns vom Abschied zu erholen und um uns die Aqua Azul Wasserfälle anzuschauen.

 

Aqua Azul

 

Die Aqua Azul Wasserfälle sind die schönsten Mexikos, so steht es im Reiseführer und es stimmt, sie sind wirklich wunderschön. Sie liegen direkt im üppigen Grün und sind eine kalte Erfrischung für heiß gelaufene Füße. Das Tolle, wieder so gut wie keine Touristen, zeitweise kommt sogar Romantikstimmung auf.

 

Sabancuy – Musikterror am Tag der Jungfrau von Guadalupe

 

In Sabancuy erreichten wir wieder den Atlantik. Das Fischerdörfchen strahlte auf uns eine unheimliche Ruhe aus, erwacht aber in der Nacht zum Leben. Wir übernachteten im Hotelhof, mit Blick auf ein angebundenes Schwein, was die ganze Zeit grunzte. Aber das wäre ja nicht das Schlimmste gewesen. Es fing um 23:00 Uhr an und hörte im Morgengrauen auf, Musik, laute Musik, sehr, sehr, sehr laute Musik. So laut, daß ich Andi davon abhalten mußte ,zum Killer zu werden. Wir hatten keine andere Wahl mehr gehabt, es war dunkel, und die nächste Stadt lag einige Kilometer entfernt. Wir mussten hier bleiben. Die Nacht war ein Horror. Grunzendes Schwein mit lauter Musik. In der Früh konnte ich die Lieder mitsingen, und Andi mußte abgehalten werden ,den nächsten Mexikaner umzubringen. Der Horror ging weiter. Die Sonne kam raus, die Musik hörte plötzlich auf, und der nette Nachbar von nebenan verbrannte seinen Haufen Müll. Nein, nicht nur Bio-Müll oder so was, nein, richtig mit Plastik, Batterien und sonstige giftige Sachen. Der giftige Qualm zog direkt zu uns rein. Wir beeilten uns, so gut es nach so einer Nacht ging, von diesem Ort weiter zu kommen. Nach 2 km, Militärkontrolle. Der coole Beamte mit Sonnenbrille fragte uns, wo wir herkommen, (obwohl er vorher unser Kennzeichen begutachtete). Vielleicht hätte er lieber vorher eine Schule besuchen sollen, bevor er eine Uniform bekommt, dann hätte er gewusst „D“ heißt Deutschland. Es tut mir leid, aber ich kann diese Dumpfbacken in Uniformen nicht leiden. Ja, ja, ich weiß, schön unterwürfig sein, dann passiert mir nichts. Diese übercoole Art und der Tonfall, wie sie mit Touristen reden, ist einfach nicht schön. Aber, keine Sorge Henning und Gudrun, ich reiß mich zusammen.

An der Bundesstaatsgrenze nach Yucatan wieder Militärkontrolle. Sie kontrollierten unser Auto nach Früchten und Essbaren. Zwei Eier mussten wir wegschmeißen, daß konnten wir gerade noch verkraften. Auch diese Kontrollen sind lächerlich. Da die Mexikaner ihren Müll teilweise in den Gräben oder auch kreuz und quer über das Land verteilen. Tote Tiere, auch Kühe ,liegen auf der Straße, niemand kümmert sich darum, sie verwesen langsam vor sich hin. Bei der Metzgerei hängt das Fleisch in der Sonne, die Fliegen kleben dran. Auch auf den Toiletten, Hygiene gleich Null. Warum also diese übertriebenen Kontrollen? Ich sag ja, Dumpfbacken.

 

Ruine Edznah

 

Auf dem Weg Richtung Uxmal schauten wir noch die Ruine Edznah an. Wir waren wieder fast allein. Hier gibt es so viele Ruinen, man könnte sich jeden Tag eine anschauen. Aber mit der Zeit wird es auch langweilig. Wir beschränken uns nur noch auf die Wichtigsten: Uxmal, Chichen Itza, Coba und Tulum. 

 

Uxmal

 

Ca. 10. km vor Uxmal gingen wir in Santa Elena auf einen wunderschönen Camping-platz (Camping Sacbé). Der Campingplatz liegt ruhig im gepflegten Garten und wird von einem französisch / mexikanischem Paar geleitet. Dort blieben wir 3 Nächte und schauten uns von dort die Ruine Uxmal an. Auf dem Campingplatz trafen wir weitere Globetrotter, z.B. ein älteres Schweizer Ehepaar, die schon seit 5 Jahren unterwegs sind und drei Leute aus Karlsruhe, die sich ein Weltticket gekauft haben und innerhalb von einem Jahr um die Welt fliegen. Drei Amerikaner trafen wir auch, sie gaben ihr Haus in der USA auf und reisen nur noch mit ihren großen Bussen durch die Welt. Sachen gibt´s. Ich dachte schon, wir sind die einzigsten „Unnormalen“.

Wir fuhren mit einem Bus nach Uxmal, weil die Bushaltestelle direkt vor der Tür war. Abends schauten wir uns noch die Lichtershow in der Ruine an und fuhren anschließend mit einem sogenannten „Kollektivo“ (Sammeltaxi) zurück.

Über Santa Elena, Ticul und Mani (schöne alte Kirche) ging es nach Pisté zu den Ruinen von Chichen Itza.

 

Chitzen Itza – Geldautomat schluckt unsere EC-Karte

 

Ja, ja andere Länder…..

In Pisté (Chitzen Itza) gingen wir wieder auf einen Campingplatz.

In Chichen Itza wollten wir mal eben schnell Geld holen, vom Automaten. Denkste! Leider machte der Geldautomat uns einen Strich durch die Rechnung. Er nahm zwar brav unsere Karte, gab sie aber nicht wieder zurück, und Geld kam auch keines raus. Wir erfuhren dann von anderen Leuten, dass der Automat schon 7 Karten geschluckt hat und keine wieder raus kam. Was für eine Freude. Niemand war in der Lage ein Schild an den Automaten zu hängen. Ja, ja, Schadenfreude ist ja angeblich die  schönste Freude. Nachdem sich kein Mexikaner bereiterklärte, uns zu helfen (Motto: Ist nicht mein Problem), musste ich Andi davon abhalten ,auszuflippen. Er zeigte dem Automaten deutlich, was er von seinen Spielchen hielt. Darauf hin kam gleich die Polizei und beschützte den armen, hungrigen Automaten mit zwei Leuten. Ich hatte wirklich Mühe, Andi ruhig zu stellen. Endlich war jemand behilflich. Es wäre ja ein Leichtes, den Schlüssel für diese blöde Maschine zu holen, aber nicht so in Mexiko. In Mexiko wird alles ein Problem. Hier wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Einige Mexikaner kamen zwar vorbei und gaben uns aufmunternde Worte wie: „No Problema, no Problema“ (ihre Karten stecken ja auch nicht fest). Nach mehreren Anrufen zur Bank (niemand fühlte sich zuständig) kam dann die endgültige Antwort. Der Schlüssel liegt in Mexiko City (von Chichen Itza ca. 1.200 km entfernt). Aber man sagte uns auch gleich,  dass wenn jemand kommt, die Karte sofort vernichtet werden muß. So ist hier das Gesetz. Es hilft auch kein Ausweis als Beweis, daß es die eigene Karte ist.

Nach einigem Hin und Her, haben wir dann endgültig Abschied von unserer EC-Karte genommen. Natürlich haben wir sie gleich sperren lassen.

Wir haben uns dann doch noch die Ruine angeschaut. Tja, aber der Tag ging ja noch weiter. Wir brauchten Geld, also gingen wir am Nachmittag in eine Wechselstube in Pisté. Eine Bank gab es nicht. In der Wechselstube saß ein junges Mädchen. Sie verwechselte Andi mit dem Weihnachtsmann oder dem goldenen Esel. Sie wollte Andi eiskalt abzocken. Er wurde erst weiß, dann grün und dann rot. Erst als er mit der Polizei drohte, rückte sie schnell das fehlende Geld heraus.

Abends gingen wir schön Pizza essen und kühlten unsere Köpfe im Regen ab.

 

Valladolid

 

Am nächsten Tag wollten wir in Valladolid bei einer richtigen Bank Geld tauschen.

Eigentlich kein  Problem, aber wir sind in Mexiko, also ist es ein Problem. Es dauerte ganze 1,5 Stunden. In der ersten Bank „Banamex“ (größte Bank Mexikos), die auch unsere Karte hat, fragten wir nach, ob sie Traveller-Schecks eintauscht.

Anwort: „Si, si“. Also stellten wir uns in die lange Schlange, zogen ein Nummerchen und warteten geduldig, bis wir dran kamen. Eine dreiviertel Stunde später standen wir vor der Dame, die „Si, Si“ sagte. Plötzlich sagte sie nicht mehr „Si, Si“, sondern „No, No“ geht nicht. Sie tauschen keine Traveller-Schecks. (Eine harte Probe für Andi). Weiter ging es zur gegenüber liegenden Bank „Bivital“, ebenfalls eine große Bank. Wieder hieß es „Si, si“. Wir warteten ebenfalls sehr lange in einer Affenkälte (Klimaanlage). Dann endlich waren wir dran und siehe da……….es klappte, sie tauschten unsere Schecks. Wer sagt´s denn. So, nun noch mal schnell um die Ecke, Bier kaufen. Denkste. Der erste Händler wollte Andi abzocken, der zweite hatte keines, der dritte war ziemlich weit weg.

 

Coba

 

In Coba liefen wir unseren ganzen Frust von der Seele. Coba ist eine ziemlich ursprüngliche Ruinenstadt, direkt im Urwald. Sie ist noch nicht ganz so überlaufen wie Chichen Itza. Man muß hier weite Fußmärsche zurücklegen, um zu den Ruinen zu gelangen, aber es gibt auch Fahrräder zu leihen.

 

Tulum

 

In Tulum stellten wir uns auf einen Hotelparkplatz. Der Platz war ideal, er war direkt neben den Ruinen. Der Besitzer bat uns, für ihn seine „Hausordnung“ auf Deutsch zu übersetzen. Das machten wir natürlich gerne, so konnten wir umsonst stehen. Wir gingen gleich morgens um 8:00 Uhr zu den Ruinen. Wir waren mit zwei anderen ganz alleine. Es war toll, so konnten wir die morgendliche Stimmung, die über den Ruinen lag genießen. Um 9:00 Uhr kamen die Massen angerollt.

 

Bei X8 auf der Flucht

 

Vor Playa del Carmen besuchten wir die Strände, die mit X1 u.s.w. gekennzeichnet sind. Superschöne weiße Sandstrände und glasklares Wasser. Wir liefen gemütlich am Wasser entlang. In einem Restaurant machten wir Pause. Andi bestellte und wollte zahlen, aber der Kellner winkte ab und sagte alles umsonst. Wow, dachten wir, alles umsonst. Na sowas. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Wir bedienten uns am Buffet und schmausten vor uns hin, bis der nette Kellner nach unserem Hotelschlüssel fragte. Wir verschluckten uns halb an unserem süßen Stückle. Wir waren in einer 5 Sterne All-Inclusive Hotelanlage gelandet, das war uns von Anfang an klar. Jetzt war guter Rat teuer. Andi gab irgendeine Nummer an. Der Kellner wollte dann noch A, B oder C von uns wissen. Wir nahmen die goldene Mitte. Der Kellner ging zurück. Andi und ich machten uns auf die Socken, um zu verschwinden. Leider war Andi zuvor im Meer schwimmen und knotete deshalb seine Badehose am Stuhl (zum Trocknen) fest, zu fest, jetzt bekam er den Knoten nicht auf. Andi, völlig in Panik, schnitt dann die Badehosenschnur mit einem Messer durch. Wir rannten, was das Zeug hält am Strand entlang und quer durch Büsche und Hängematten zum Auto. Wir flüchteten nach Playa del Carmen.

 

Playa del Carmen

 

In Playa del Carmen ging ich endlich zum Zahnarzt. Im Reiseführer und im Internet wurde er als deutschsprachig aufgeführt, was aber nicht stimmt, er kann nur ein wenig Englisch. Jetzt sitze ich hier auf dem Stuhl, Andi versucht dem Arzt zu erklären, was ich habe. Werde ich diese Behandlung überleben ???    Michaela

 

 

Wir wünschen euch allen

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr !!!

 

 

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21.12.03 bis 06.01.04                                                                 30.200 bis 30.750 km

 

„Urlaub“ in Mexico – Yucatan

 

Um es vorwegzunehmen – nach 3 Behandlungen hat es der Zahnarzt Manuel Lopez geschafft, Michi´s maroden Zahn aufzubohren, zu reinigen und mit Resina zu fülllen. Bisher ist Michi mit dem Erbebnis sehr zufrieden.

Neben den Zahnarztterminen verbringen wir ruhige Tage in Playa del Carmen. „Klein-Cancun“ ist das zweite Touristenzentrum an der „Riviera Maya“. Wir genießen die zahlreichen Gänge durch die Fußgängerzone und das erholsame Leben abseits der Highways.

2 Tage vor Weihnachten erreichen wir den „Trailer-Park“ nördlich von Cancun. Wir spannen ein wenig aus und besteigen endlich unsere Räder, um die „Zona Hoteleria“ zu erkunden. 110 Hotels reihen sich wie an einer Kette aufgereiht - ein künstliches Mexico ganz im US-Ferienstil mit allem drum und dran. Wir fahren zurück und lassen uns eine Pizza an unser WOMO bringen.

„Feliz Navidad“ – den Weihnachtsabend verbringen wir auf der Isla Mujeres, der „Fraueninsel“ - die Spanier fanden eine Menge kleiner weiblicher Tonfiguren. Wir liegen im flachen Karibikwasser, lassen die Seele baumeln und beobachten das Treiben in den 7 Einkaufsstraßen. Am Abend lernen wir Daniela und Michael aus Süddeutschland kennen. Sie haben ein Studiensemester im Norden von Mexico verbracht. Am nächsten Tag erfahren wir die kleine Insel mit einem „Golf-Car“. Eine Wasserschildkrötenaufzucht, ein karibikweißer Sandstrand und die „Punta Sur“ stehen auf dem Programm.

Am nächsten Morgen (wieder in Cancun) steht unser WOMO in einem See. Die ganze Nacht hat es gegossen, und wir haben uns wohl in eine Kuhle gestellt. Vor allem das „Abtauchen“ des Transformators tut mir weh, aber zum Glück funktioniert er noch.

Nach einem Mega-Einkauf im Wal-Mart fahren wir zurück nach Tulum, wo wir (wie auf der Hinfahrt) in der Nähe der Ruinen an einem Hotel stehen dürfen. Am nächsten Morgen treffen wir Katrin und Franz aus Bad Tölz. Sie wollen, wie wir, nach Feuerland. Spontan verschieben wir unseren Plan nach Bacalar zu fahren. Stattdessen fahren wir wieder 36 km nach Norden. In Xpu-Ha ist ein großen Treffen im Gange. Esther und Petr aus der Schweiz (die wir ja bereits getroffen haben), Susi und Sepp aus Dachau (die wir bereits auf dem „Top of the world-Highway“ in Alaska getroffen haben und die bereits Nord- und Südamerika bereist haben), Susanne und Michelle aus Augsburg (letzterer aus Holland – auch auf dem Weg nach Feuerland – www.hgfahren.de) und Ilse und Günter aus Hannover (überwintern seit 6 Jahren in Mexico) tragen zu diesem unglaublich netten Treffen bei. Wir verbringen 6 tolle, erholsame Tage – Baden, Relaxen und das abendliche Zusammensitzen gehören genauso wie Volleyball und „Rumbasteln“ zu den beliebten Tagesbeschäftigungen. Silvester zaubern wir gemeinsam ein tolles Menü und plaudern bis spät in das neue Jahr hinein. Am Strand sehen wir in der Ferne ein kleines Feuerwerk. Auch das Füllen und Weitergeben der „Pineta“, die am nächsten Tag von Kindern geleert wird, bietet eine lustige Einlage.

Am 2. Januar fahre ich mit Susi und Sepp noch einmal nach Cancun (Dollar tauschen und Einkaufen). Am Abend gehen wir alle gemeinsam in ein Restaurant nach Playa del Carmen (wo wir ja schon gespeist haben).

Einen Tag später müssen wir dann Abschied nehmen, endgültig geht es nach Süden zur Lagune Bacalar. Hier treffen wir erneut Susi und Sepp und später auch Susanne und Michelle. Auch Claudia und Winni aus Norddeutschland gesellen sich zu uns – sie fahren mit ihren Rädern durch Mexico. Die Laguna Bacalar ist ebenfalls ein traumhafter Platz, der uns 4 Tage „gefangen“ hält. Mit Michelle versuche ich (leider vergebens) mein Angelglück.

Nun sind alle (erstmal) weg, aber bestimmt sehen wir Susanne und Michelle, sowie Esther und Petr in Guatemala wieder. Heute wollen wir typisch mexikanisch Essen gehen, ehe wir morgen nach 2 Monaten dieses manchmal anstrengende, aber auch reizvolle Land verlassen.                                                                         A N D R E A S

 

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