REISEBERICHT HONDURAS

 

 #HONDURAS – UNBEKANNTES MITTELAMERIKA

 

 

 

 

24.02. bis 04.03.04                                                                 32.450 bis 33.650 km

 

HONDURAS – UNBEKANNTES MITTELAMERIKA

 

Das zweitgrößte Land Mittelamerikas ist touristisch noch recht wenig erschlossen. Dennoch, es gibt viel zu entdecken.

Doch zuvor: wir haben Antigua nach fast vier Wochen (ein wenig wehmütig) verlassen. Die „Guatemala City Durchquerung“ gelingt diesmal leider nur mit einem Umweg durch die Altstadt. Die letzte Nacht in Guatemala verbringen wir in einem schön gelegenen „Touri-Centro“ (ähnlich dem deutschen Freibad) in Rio Hondo. Michi liegt den ganzen Nachmittag auf dem Bett (misst Fieber, hat aber keines), während ich noch ein wenig die Sonne genieße (und das Bier alleine trinke).  

Über die Berge geht es zur Grenze, Rekordzeit (30 Minuten), Kosten ca. 36 Dollar. Wir erreichen Copan. Der Ort ist rasch besichtigt, aber wir sind ja auch wegen den (für uns letzten) Maya Ruinen hier.

Der archäologische Park von Copan hat einige Besonderheiten zu bieten (neben bereits mehrfach gesehenen). Am Eingang laufen und flattern zahlreiche Aras zwischen den ankommenden Besuchern. Einzigartig ist die Hieroglyphentreppe mit ihren mehr als 2500 Symbolen. Es handelt sich um die größte in Stein gehauene Überlieferung der Maya. Beeindruckend sind auch die verschiedenen Stelen, Altäre und Figuren, die in ihrer dreidimensionalen Darstellung wahrhaftige Kunstwerke sind. Bleibt noch anzumerken, dass Copan von 500 bis 900 n. Chr. bewohnt war.

Durch atemberaubende Berglandschaft fahren wir noch am selben Tag 243 km an die Karibik bis Omoa. Beim Schweizer  Roli stehen wir für drei Nächte auf einem idyllisch gelegenen Platz. Bei der Deutschen Ilona werden wir fischreich verköstigt. Nachdem ich mal wieder die Haare geschnitten bekomme, geht es mit vier anderen zum „nahe gelegenen“ Wasserfall (Michi bleibt zu Hause im WOMO). Wir steigen durch Dschungel, waten durch Flusswasser, gierig darauf, am Wasserfall ein Bad zu nehmen. Und wer nicht aufgibt (und nicht abstürzt), bekommt das kühle Bad.

Am nächsten Tag besuchen wir das alte, von den Spaniern errichtete, Fort „San Fernando“. Ein Rundgang durch das Dorf, dann zurück, denn das Wetter wird schlecht. Am Morgen der Abfahrt freuen wir uns über den Duft von frischem Brot. Roli hat gebacken ! Wir nehmen zwei Brote und einen Zopf mit (lecker !). Auf langen Reisen sind solche Plätze sehr viel wert.

In El Progreso biege ich in Pfeilrichtung (!) verbotenerweise (?) links ab und werde von der Polizei angehalten. Fahrzeugpapiere…! Ich gebe nur Kopien und entschuldige mich demütig. Nach einigem Hin und Her dürfen wir weiterfahren.

Noch mehr Karibik: in Tela übernachten wir dreimal auf dem Parkplatz der Touristenpolizei. Leider ist das Wetter immer noch schlecht. Trotzdem wollen wir uns die „Garifuna-Dörfer“ Tornabe und Miami ansehen. Wie vor langer Zeit leben die aus Afrika stammenden Menschen hier in einfachen Holzhütten. Die Freundlichkeit der Menschen beeindruckt uns ein weiteres mal. Eine Bootsfahrt (ja, Michi fährt wieder) auf der „Laguna de Los Micos“ bringt zahlreiche Wasservögel und einige Affen zum Vorschein. Ehe wir mit dem Jeep zurückfahren, genießen wir einen herrlichen „Garifuna-Fisch“.

An Michis Geburtstag fahren wir 191 km bis zum Yojoasee, dem größten Binnensee des Landes. Die Straße zum schönsten Wasserfall des Landes ist mittlerweile asphaltiert. Der „Pulhapanzak-Wasserfall“ ist ein bemerkenswertes Naturschauspiel. Schon die Maya nutzten den Ort als Zeremonialstätte. Bei einer Hotel-Finca dürfen wir zwei Nächte kostenlos (wir „müssen“ im Restaurant Abendessen) übernachten.

Eine riesige Anlage, traumhaft gelegen, und wir sind die einzigsten Gäste. Nein, eine brütende Taube ist unser Nachbar. Einen halben Meter entfernt, beobachtet sie unser Treiben.

Wieder müssen wir die Hauptstadt durchqueren, doch dank der (im Gegensatz zu Guatemala City) guten Beschilderung durchqueren wir Tegucigalpa in einer halben Stunde. Am Nachmittag sind wir in Danli. Im Hotel „Granada“ wird 10 Dollar zum Parken verlangt. Wir finden ein „Kleineres“ für die Hälfte. Ich mache noch einen Gang durch die Stadt. Im frisch gestrichenen Internetcafe muß ich die Luft anhalten. Endlich mal wieder Pasta im WOMO.

Wir erreichen den kleinen Grenzübergang „Las Manos“. Durch LKW-Kolonnen finde ich eine Gasse. Schlepper stürzen sich auf mich. Ich picke einen heraus, er wird von den „Kollegen“ zur Seite geschupst. Wie ein treuer Hund laufe ich ihm nach. Es gilt, Ausreisestempel zu sammeln. Alles läuft nach Plan. Ich gebe einen Dollar und fahre auf die nicaraguanische Seite. Dort das gleiche Spiel. Einreisestempel werden gesammelt. WOMO benötigt neben der Einreiseformalität eine Versicherung (12 Dollar). Stempel, Unterschriften, es geht von Ort zu Ort. Ein junger Polizist hat so etwas wie eine „Männerzeitung“ in der Tasche seiner viel zu großen Hose. Während dem Lesen meiner Unterlagen wird ihm diese entrissen und von den Kollegen begutachtet. Die „Inspektion“ im WOMO beschränkt sich auf ein kurzes Probesitzen am Essplatz und einen traurigen Blick in den Kühlschrank – kein Bier. Ein anderer Polizist kontrolliert die Motornummer und fragt nach meinem Beruf. Ich antworte und bekomme den Auftrag, ein Grenzgebäude zu entwerfen. Ich lehne ab und werde per Handschlag verabschiedet. Gute Reise – durch die schmale LKW-Gasse fahren wir nach 90 Minuten in ein neues Land - NICA.                                         A N D R E A S 

 

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