|
REISEBERICHT
COSTA RICA
|
|
#Costa Rica - Die Schweiz Mittelamerikas
11.03. bis 06.04.04 34.200 bis 35.400 km
Costa Rica - Die Schweiz Mittelamerikas Gleich hinter der Grenze fiel es uns schon auf, es ist alles viel sauberer. Wir fuhren bis zum „Playa Brasilito“ zur Pazifikküste. Dort betreibt ein Deutscher einen Campingplatz. Wir machten einen Strandspaziergang bis zum Muschelstrand „Playa Conchal“ (1,5 km) und genossen die rote Abendstimmung. Playa Junguillal Über das Touristenstädtchen Tamarindo sind wir über eine sehr holprige Piste (35 km) zum „Playa Junguillal“ gefahren. Aber was tut man nicht alles, um ein echtes „Züricher Geschnetzeltes“ mit Rösti zu bekommen. Der Campingplatz liegt traumhaft auf einem Fels, mit Blick auf das Meer. Den fast leeren, langen Sandstrand kann man bequem über eine Treppe erreichen. Nach einem gigantischen Sonnenuntergang schlugen wir uns den Bauch bei Schweizern voll, die hier ein Hotel/Restaurant führen. (Mhm, Schmatz, lecker, ist das gut, gigantisch, mhm….). Santa Elena / Monteverde Auf der Fahrt Richtung Monteverde trauten wir unseren Augen kaum, als genau neben der Straße ein Baum voller Affen auftauchte. Eine Affenmama war auch dabei. Das kleine Baby war nur eine Handvoll groß und kaum zu erkennen. Nach 2 km mussten wir wieder stoppen. Diesmal war es ein „Affe“ in Uniform. Die dritte Polizeikontrolle seit wir in Costa Rica sind. Er wollte gleich unser Auto einbehalten, weil angeblich das Einreiseformular für das Auto abgelaufen ist. Das stimmte natürlich nicht. Bei der Einreise funktionierte der Drucker nicht so gut und machte eine unlesbare 04. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Auf alle Fälle durften wir dann doch weiterfahren. Die Straßen in Costa Rica sind eine Katastrophe. Die Hauptstraßen sind zwar asphaltiert, aber teilweise mit badewannengroßen Schlaglöchern übersät. Die Nebenstraßen sind nur geschottert, ebenfalls mit Löchern. In den Brücken fehlt manchmal ein Stück. Auch die Fahrt nach Monteverde war Anstrengung pur. 20 km übelste Holperpiste, mit Allrad kein Problem. Dazu kam noch, daß es ziemlich steil für unser Auto`le war. „Speedy“ kämpfte sich den Berg hinauf. Einmal hatte ich das Gefühl, wir rollen zurück (mama mia), aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Irgendwie sind wir dann doch an unserem Ziel angekommen. In Santa Elena, im „Swiss Hotel Miramontes“ (ca. 1.400 Meter). Von hier kann man einige Ausflüge in den Regenwald starten. Die Eintrittspreise sind aber so hoch, daß wir uns nur einen Ausflug leisteten. „Selvatura“- Park – Santa Elena Im „Selvatura“- Park verläuft der Weg über 8 Hängebrücken, die quer über den Regenwald gespannt sind. Außer vielen lauten, in Jeans und T-Shirt gekleidete „Monster“ trafen wir keine anderen Tiere. Ich mußte mich schwer zusammen reißen, daß ich nicht einige von der Brücke schmiss. Manche Leute wissen einfach nicht, wie man sich im Wald verhält sondern sehen es mehr als einen riesigen Vergnügungspark an. Kinder kreischen und hüpfen auf der Brücke. Pubertierende Teens kämmen sich zum x-ten mal die Haare und posieren vor der Kamera, natürlich unter lautem Lachen, was der Henne sehr ähnlich kommt. Sogar die Führer, die hier nur schlappe 30 Dollar pro Kopf inkl. Eintritt kosten, brüllen so laut, daß man sie noch am Ausgang hört. Ich war absolut enttäuscht. Abends zeigte uns noch der freundliche Wirt vom Hotel seine Orchideen-Farm. Wenigstens sahen wir da die Wunder der Natur. Arenal-See Die Landschaft um den Arenal-See sieht aus wie im Allgäu. Nur die Kühe haben auffallend lange Schlappohren. Wir übernachteten kostenlos (!) am Gemeindegrund in Nuevo Arenal. Vorher besuchten wir aber noch „Tom`s Pan“, ein deutscher Bäcker. Hier gibt es nicht nur gutes Brot und Zwetschgendatschi sondern auch Weißbier, Weißwürste, Brezel, etc…..Auch die erhöhten Preise konnten uns nicht abhalten: „ Mhm, lecker, mhmmmm…“ In der Nacht wurden wir vom lauten Schmatzen geweckt, war es ein Grizzly ? Falsch, es war eine Pferdefamilie, die um unser Auto graste. Leider war das Wetter auch am nächsten Tag ziemlich bewölkt, so daß wir die Spitze des Vulkans Arenal nicht sahen. Um das nächtliche Treiben des Vulkans zu beobachten, stellten wir unser Lager am so genannten „View Point“ auf. Der liegt an der schlechten Straße kurz vor Fortuna. Hier durften wir für 2000 Colones (ca. 5 Dollar) stehen und hatten einen tollen Blick auf den See und den Vulkan. Das Wetter machte uns aber ein Strich durch die Rechnung. So wurde es nichts mit dem nächtlichen Treiben…. Vulkan Poas Ein weiterer aktiver Vulkan stand auf unsere Besichtigungsliste. Die Fahrt führte uns durch eine schöne Berg- und Tallandschaft. Das Wetter wurde, je höher wir fuhren, immer schlechter. Nebel, Nieselregen, Wind. Der Vulkan liegt auf ca. 2.600 m. Wir übernachteten kostenlos (!) am Straßenrand vor dem Eingangstor des Nationalparks. Obwohl mir wieder nicht so ganz wohl dabei war, so nahe an einem aktiven Vulkan zu nächtigen, schlief ich wie ein Murmeltier. Am nächsten Morgen, man glaubt es kaum, bekamen wir ein Bilderbuchwetter. Blauer Himmel, wolkenfrei. Wir gingen gleich um 8 Uhr hinein, bevor der große Besucherstrom kam. Der Krater war gigantisch. Überall stieß er aus den Seitenrändern Rauch aus, und der Kratersee hatte eine eigenartige Farbe. Klick, klick, klick schnell die Fotos geschossen und weiter zur nahe gelegenen Lagune. Auf dem Weg zum Parkplatz sahen wir die Besuchermassen. Wie an einem Samstagabend auf dem Oktoberfest. Einer hatte sogar ein großes Radio dabei (Ist das normal?). Verschiffung Auf dem Trailer Park in San Antonio de Belen (nähe Heredia) wollten wir uns endlich intensiv um die „Unendliche Geschichte“ (Verschiffung nach Südamerika) kümmern. Da wir schon seit Alaska uns damit beschäftigen, aber leider nie Rückantworten kamen und wenn dann nur Absagen (z.B. es ist verboten gebrauchte Sachen einzuführen) oder Angebote mit Wucherpreisen (ab 1.600 Dollar), wollten wir es direkt vor Ort in Angriff nehmen. Da Andi nahe dran war verrückt zu werden, aber das ist ein anderes Thema, nahm ich die Fäden in die Hand. Im „Wartezimmer“ der Verschiffungslinie staunte ich nicht schlecht, wie ein kleines, blaues Auto´le auf den Parkplatz fuhr. Die beiden Augsburger mit ihrem Iveco. Dem Himmel sei Dank. Da ich viel zu aufgeregt war und mein bescheidenes Englisch in solchen Situationen irgendwie ganz den Geist aufgibt, halfen sie mir. Auf alle Fälle ist jetzt alles geklärt, unser Auto passt jetzt doch auf das Schiff (gut das wir nachgemessen haben, blöder Fahrzeugschein) und der Preis ist auch O.K.. Wir werden am 5.April mit NYK-Line von Caldera nach Esmeraldas, für 475 Dollar verschiffen. Der kleine, blaue Iveco ebenfalls. Glücklich, daß endlich alles geklappt hat, buchten wir auch gleich den Flug nach Quito (Reisebüro neben dem Trailer Park). So kann ich wenigstens sechs Hände drücken, wenn ich mal wieder Schweiß gebadet im Flieger sitze und vor Angst sterbe. Abends konnte Andi dann auch wieder lachen und er gewann sogar im „Mensch ärgere Dich nicht“ (mit verschärften Spielregeln). „Mirador Quetzal“ Ein ganz großer Traum von mir erfüllte sich im „Mirador Quetzal“ (Km 70) an der Panamerikana (6 Dollar p.Pers.). Wir sahen den Göttervogel Quetzal. Der in der Maya Zeit schon fast ausgerottete Vogel steht unter Artenschutz und lebt in den Nebelwäldern Mittelamerikas. In Guatemala ist sogar die Währung nach ihm benannt. Leider sieht man diesen schönen Vogel nur ganz selten. Wir übernachteten kostenlos auf dem Parkplatz der Lodge mit tollem Blick über die Berge und einem noch besseren Sonnenuntergang. Morgens um 6:30 Uhr ging es dann mit einem Führer in den Wald. Dann sahen wir ihn, den Quetzal. Am Nachmittag unternahmen wir wieder eine kleine Wanderung (ohne Führer) und sahen ihn wieder. Das Erlebnis war noch besser. Wir blieben spontan noch eine Nacht und träumten vom Göttervogel. Playa Uvita Um uns von den vielen Reisen zu erholen, legten wir einige Badetage an der Pazifikküste ein. Erstes Ziel war Uvita. Ein verschlafenes, absolut untouristisches kleines Örtchen mit einem paradiesischen, fast menschenleeren, mücken- und sandflohfreien, endlos langen Strand. Während Andi in den warmen Fluten des Pazifiks schwamm, suchte ich Muscheln und angeschwommene Korallen. Leider durfte man sie nicht mitnehmen, es waren tolle Fundstücke dabei. Die Wale und Delphine, die man hier angeblich sehen soll, sahen wir nicht. Aber dafür flog abends ein Schwarm grüner, kleiner Papageien über unseren Stellplatz und übernachtete in den daneben liegenden Palmen. Ein Pferd, das sich in der Hausnummer verirrt hatte, graste zufrieden auf unserer Wiese, bis ein kleiner, kläffender Hund es verscheuchte. Das Pferd lief in völliger Panik im Galopp davon. Der kleine Hund pinkelte voller Stolz an unseren Reifen, so nach dem Motto: „Damit ihr es auch wisst, hier bin ich der Boss“, bis er Andi kennen lernte……..Wuff! Playa Matapalo Über Dominical ging es über eine Schotterpiste zum Strand Matapalo. Wir übernachteten am Strand (kostenlos). Wieder gab es viele Palmen, viel Strand, viel Wasser und viel warme Sonne (gähn… wie langweilig!). National Park „Manuel Antonio“ Wir mussten etliche Kilometer Schotterpiste zurücklegen, bis uns in Quepos der Asphalt wieder hatte. Hier gibt es Luxushotels und gute Restaurants. Wir nächtigten vor dem Parkeingang, direkt am Strand. Am nächsten Tag ging es gleich um 7:00 Uhr in den Park (Eintritt 7 Dollar / Pers.). Vorbei an traumhaften Badestränden gingen die Wege immer wieder rauf und runter. Viel war nicht los im Park, vielleicht war es noch zu früh. Tiere sahen wir aber, wie z.B. eine Kapuzineraffen-Familie mit Babys, ein Faultier (diesmal nicht Andi), was beim Bäume klettern fast einschlief, tausende von kleinen Krebsen, die Schutz unter dem Laub suchten, Leguane, ein kleines Reh, welches mich abschleckte, viele Vögel, ein handtellergroßer, blauer Schmetterling und ein nackter Adam (Andi). Der Eintritt hat sich gelohnt. Wir fuhren weiter nach Jaco. Ein touristisches Örtchen mit viel Strand, viel Wasser.…..(ach wie öde !). Sehr viel brauner und relaxt fuhren wir in Richtung Puerto Caldera. Davor besuchten wir aber noch das Luxushotel Villa Caletas (DZ ab 210 Dollar). Dort genossen wir die fantastische Aussicht. Weiter ging es über Punta Leonas, der Strand, an dem der Kinofilm „1492“ (die Ankunft von Kolumbus) gedreht wurde. Lohnt sich aber nicht, der Strand ist nicht viel besser als die anderen. Am Río Grande de Tárcoles überqueerten wir noch eine Brücke, von wo man gut Krokodile (kostenlos !) beobachten kann. In Mata de Limón, ca. 2 km von Puerto Caldera, stellten wir uns auf einem Hotelparkplatz. Hier konnten wir gut die Vorbereitungen für die Verschiffung erledigen. Leider gab es in dem kleinen Ort kein einziges Internet-Café, und so fuhren wir spontan mit dem Bus nach Puntarenas. Werden wir Südamerika erreichen? Wird unser Auto Südamerika erreichen? Fragen über Fragen…. Auf alle Fälle kann ich jetzt schon sagen: „In Costa Rica war ich nicht zum letzten mal.“ M I C H A E L Ein wenig Statistik über Nord- und Zentralamerika Reise vom 16.06.03 bis 07.04.04 297 Tage 35.400 Kilometer 18 Reiseberichte 3.800 Dias (Andreas) 2.300 Digitalfotos (Michi) keine Autopanne keine Krankheiten (Michi Zahnarzt) keine Überfälle keine Grenzprobleme USA: 63 Tage, 9.550 km, 152 km/Tag Alaska: 31 Tage, 4.570 km, 147 km/Tag Kanada: 51 Tage, 10.130 km, 199 km/Tag Mexiko: 60 Tage, 6.500 km, 108 km/Tag Belize: 6 Tage, 400 km, 67 km/Tag Guatemala: 42 Tage, 1.300 km, 31 km/Tag Honduras: 10 Tage, 1.200 km, 120 km/Tag Nicaragua: 6 Tage, 550 km, 92 km/Tag Costa Rica: 28 Tage, 1.200 km, 43 km/Tag
. |