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REISEBERICHT
CHILE
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26.10 bis 21.11.04 49.600 bis 52.900 km Schönes, teures Chile Plus Leihauto 380 km Valparaiso und Viňa del Mar In Chile ist alles wesentlich teurer als in Argentinien. Der Campingplatz kurz vor Viňa del Mar verlangte doch tatsächlich 16.000 Pesos (26 Dollar). Wer zahlt so was? Wir suchten weiter. Aber wir fanden keinen geeigneten Platz. Viňa del Mar, der Urlaubsort für die Leute aus der Stadt. Ich finde es hier furchtbar. Hotelbunker reihen sich nacheinander auf, der Verkehr ist dicht, und ich frage mich, was soll hier schön sein? Nach einer ellenlangen Zeit fanden wir endlich einen Platz. Es war der Parkplatz von einem Wohnungsmakler, traumhaft gelegen. Wir fragten ihn, und er meinte nur: „Klar, kein Problem“ – „Was kostet es?“ – „Nichts!“ Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Valparaiso. Das Einzige, was es hier zu sehen gibt, sind die alten Holzaufzüge, die schräg den Hang hinauffahren. Wir testeten einige aus und gingen dann im Restaurant „Hamburg“ Matjesfilet mit Bratkartoffeln mampfen. Es war super lecker. Über Algarrobo und Cartagena ging es nach Talagante, das ca. 30 km südwestlich von Santiago de Chile liegt. Dort ließen wir unser Auto auf einem Campingplatz stehen und fuhren mit dem Bus in die Metropole. Wo ist Henning ??? Am 1. November standen wir pünktlich am Flughafen von Santiago de Chile. Wir wollten unseren „Allround-Papa“ Henning abholen. Schon Tage vorher wuselten wir vor lauter Aufregung hin und her, erledigten Sachen, die gemacht werden müssen, putzten das Auto auf Hochglanz, und ich ließ noch mal eine Zahnbehandlung über mich ergehen. In der deutschen Zeitung „Condor“ fand ich einige deutschsprachige Ärzte, das erleichterte die Sache erheblich. Nun standen wir also am „Arrival“-Ausgang und warteten gespannt, immerhin haben wir uns seit elf Monaten nicht mehr gesehen. Aber kein Henning kam, wir entdeckten nur sein Gepäck. Was war los? Ist er womöglich fest genommen worden, wegen meinem Bohnenkraut, das ich extra aus Deutschland „geordert“ habe? Wir schauten im Internet nach, vielleicht ist ja eine Nachricht drauf. Ja, es gab eine Nachricht. Henning steckt in Madrid fest. Dank der Fluglinie IBERIA durfte er jetzt eine Nacht in Madrid verbringen. IBERIA hat fünfzig Leute überbucht und wer nicht rechtzeitig am Schalter war, wurde auf eine Warteliste gesetzt. Wie wir später von einigen anderen erfuhren, ist diese Linie bekannt für solche „Dinger“. Prima! Ich habe meinen Flug für Februar auch bei IBERIA gebucht. Wir schlurften enttäuscht ins Hotel zurück. Am nächsten Tag fuhren wir wieder zum Flughafen. Diesmal waren wir spät dran. Wir sahen auf dem Monitor, daß die Maschine schon vor einer guten halben Stunde gelandet ist, früher als geplant. Wir rannten, was das Zeug hält. Wo ist Henning ??? Die Spannung stieg. „Da ist er“! Er suchte sein Gepäck, was gestern schon kam. Endlich, da ist er! Durch die ganzen mitgebrachten Sachen aus Deutschland war es mal wieder wie Weihnachten. Drei on the road Über Talagante, Chillan und Bulnes fuhren wir über die Autobahn Nr. 5 Richtung Süden zum „Salto de Laja“, angeblich der größte Wasserfall von Chile. Wir nächtigten bei der Hosteria „Suizandina“ und waren mal wieder enttäuscht. Wir hatten nämlich so viel Gutes von dieser Lodge gehört. Die Lage ist fantastisch, aber trotzdem hatten wir das Gefühl abgezockt zu werden. Obwohl Henning das teuerste Zimmer nahm und auch wir abends und morgens dort aßen, verlangten sie tatsächlich von uns eine Parkplatzgebühr. Übrigens, das Frühstück war zwar sehr gut, aber für den Preis ist es ja wohl eine Selbstverständlichkeit. Und wenn ich jetzt schon beim Meckern bin, mach ich gleich weiter. Ich sehe Chile mit zwei Augen. Chile hat grandiose Landschaften, aber auch ein wahnsinnig hohes Preisleistungsverhältnis im Bezug auf Südamerika. Es ist so unterschiedlich wie z.B. die Campingpreise. Sie können zwischen gratis und 50 Dollar kosten. Ich frage mich, wer zahlt die hohen Gebühren? Gegenüber dem Nachbarland Argentinien ist Chile wahnsinnig teuer. Die Menschen sind in Chile sehr unterschiedlich. Zwischen Europäer und Südamerikaner sieht man alles bunt durcheinander gewürfelt und so ist auch die Lebensart bunt gemixt. Was gar nicht so schlecht ist. Wir machten einen tollen Spaziergang durch einen Araukarienwald. Immer wieder bekamen wir Aussichten auf die anderen Berge und Vulkane wie z.B. den Lonquimay oder den Llaima. Zum Glück war das Wetter wieder schön. Die Fahrt führte uns weiter nach Villarrica, weil wir am nächsten Tag über den „Paso Mamuil Malal“ nach Argentinien fuhren. San Martin de los Andes - Argentinien Auf einer guten Schotterpiste reisten wir, vorbei am Vulkan Lanin, nach Argentinien ein. Die Grenzformalitäten gingen in einer Stunde schnell über die „Bühne“. San Martin de los Andes ist ein nettes, kleines Touristenörtchen mit guten Hotels und Restaurants. Hier wurden wir schnell fündig und fanden für Henning eine Unterkunft, wo wir auch kostenlos stehen konnten. (Nur mal so als Preisvergleich: Wir schauten uns ein Luxusferienhaus an, was nur sage und schreibe 20 Dollar kostete.) 7-Seen-Straße Von San Martin fuhren wir auf die so genannte 7-See-Straße Richtung Bariloche. Die Schotterpiste war wieder sehr gut. Es ging an unzähligen Seen, Wälder und Berge vorbei. An einem traumhaft gelegenen See („Lago Correntoso“) fanden wir eine einfache Unterkunft für Henning, wir stellten uns an den Waldrand. Entlang dem „Lago Nahuel Huapi“ fuhren wir am nächsten Tag nach Bariloche. Bariloche II Bariloche die Zweite. Jetzt waren wir wieder da, wo wir schon vor einigen Wochen ohne Henning waren. Dank des Internets trafen wir hier wieder auf bekannte Gesichter, Franzi und Erich. Die Wiedersehensfreude war groß, und so beschlossen wir am nächsten Tag Asado zu machen. Wir stellten uns auf den Campingplatz, und Henning bekam das 200 Meter entfernte Ferienhäuschen. Am anderen Morgen spielte ich Reiseführerin und zeigte Henning alles, was wir Wochen zuvor besichtigt hatten. Die Seilbahn brachte Henning übrigens wohlbehalten auf den Hügel hinauf und auch wieder runter, sie lief halt langsamer. Abends schmausten wir das Gegrillte und die Salate in „Hennings“- Ferienhäuschen. Und wieder mal durch`s Internet, gab es abends ein Wiedersehen mit Susanne und Michel. Sie waren tagsüber noch in El Bolson und waren gleich dabei, wie sie hörten, wo wir sind. Trotz Henning`s starker Erkältung wurde es ein gemütlicher Abend. Warnung für Bariloche: Autoknacker sind unterwegs! Wieder trafen wir auf ein aufgebrochenes Wohnmobil. Näheres unter www.hgfahren.de Wieder in Chile Über den „Paso Cardenal Antonio Samore“ ging es nach Chile. Wieder versteckten wir unsere in Bariloche eingekauften Leckereien in den Schränken. Der freundliche Beamte fand nur eine Banane, die Henning sofort mampfte. Wir hatten mal wieder ein großes Glück mit dem Wetter, und so sahen wir die schneebedeckten Vulkane, u.a. den Osorno. Der nächste Vormittag gehörte dem Kinderheim „Hogar Hermana Aloisia“, was Henning schon seit einiger Zeit unterstützt. Blöd war nur, dass alle Kinder in der Schule waren und nur zwei da waren. Die zwei netten Mädels waren die ersten Heimkinder und sind mittlerweile erwachsen. Hier ist eine Spende gut angelegt, näheres unter www.kinderheim-chile.de Insel Chiloé Weil wir noch einige Tage Zeit hatten, bis zur Verschiffung Puerto Montt-Chaiten, fuhren wir auf die Insel Chiloé (Der Fährbetrieb von Chiloe nach Chaiten findet nur im Januar und Februar statt). In Castro nahmen wir uns für zwei Tage ein Leihauto und fuhren damit die Insel ab. Wir machten eine Bootstour zu den Pinguinen bei Ancud, wanderten im Nationalpark Chiloé und besuchten die unzähligen alten Holzkirchen. Verschiffung Puerto Montt – Chaiten Abfahrt sollte abends um 20:00 Uhr sein. Aber durch die bekannte südamerikanische Pünktlichkeit wurde es 22:15 Uhr. Die Autos und LKW`s wurden in Millimeterarbeit auf das Schiff verladen. Es war ein kleines Schiff. Restaurant, Bar oder Schlafkojen gab es nicht. Die Passagiere lagen eingekeilt in ihren unbequemen Sitzen. Hier sollten wir die Nacht verbringen? Nicht mit uns. Wozu hat man denn ein Wohnmobil? Wir machten es uns zu dritt gemütlich in unserem Haus. Zum Glück nahm ich die Tablette gegen Seekrankheit. Es war eine unruhige Seefahrt, und das Schiff ging rauf und runter. Wir versuchten trotzdem zu schlafen. Die Wellen drückten gegen die Verladerampe, diese klapperte laut hin und her. Bloß nicht aufgehen, dachte ich. Ab und zu wurde unser Auto nass. Salzwasser, toll ! Aber irgendwie kriegten wir die Nacht doch rum. Carretera Austral – unser erster Plattfuß Wir hatten sie uns schlimmer vorgestellt, die Carretera Austral. Die Schotterpiste war in gutem Zustand. Nach dem Besuch der heißen Quellen „Termas el Amarillo“ und dem Besuch der kleinen Fjordstadt Puyuhuapi machten wir uns auf den Weg nach Coihaique. Auf halber Strecke roch es plötzlich nach verbranntem Gummi. Ich stieg aus und sah, dass unser Hinterrad qualmte. Unser erster Plattfuß auf dieser Reise !!! Henning quälte sich gleich mit Schuldgefühlen, weil er gefahren ist. (Ich hab ja gesagt, er soll abnehmen, grins). Aber unter uns gesagt, die Platin-Reifen haben so gut durchgehalten, der erste Plattfuß war überfällig. Auf schlechterer Schotterpiste fuhren wir nach Coihaique und fanden nach langer Suche eine Unterkunft für Henning. Mit einer kleinen Fähre ging es über den „Lago General Carrera“ von Puerto Ibaňez nach Chile Chico, wo wir am nächsten Tag die Grenze nach Argentinien überquerten. M I C H A E L A |