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REISEBERICHT
BELIZE
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07.01. bis 12.01.04 30.750 bis 31.150 km
Eigentlich wollte ich an diesem Tag nicht über die Grenze. Ich war ziemlich schlecht drauf, und für Grenzwechsel braucht man gute Nerven und Geduld. Die hatte ich heute nicht. Auch meine ganze Nörgelei bei Andi, heute nicht zu fahren, nutzte nichts. Wir fuhren ……. An der mexikanischen Grenze mussten wir erstmal die fehlende Touristenkarte von mir nachbezahlen, und wegen dem fehlenden Sticker wurden wir zum Glück nicht angesprochen. Das war nämlich so: Damals in Mexicali, wo wir über die Grenze kamen, wurde mir versehentlich keine Touristenkarte ausgestellt. So war ich sozusagen illegal in dem Land. Das störte aber niemanden und mich auch nicht. Wir hatten damals auch keinen Sticker bekommen, den wir neidvoll an anderen Autos sahen. Zweimal wurden wir bei einer Polizeikontrolle deswegen angesprochen. Andi tat jedes Mal auf dumm und trieb die Polizisten in den Wahnsinn (das kann er gut), sodaß sie uns immer wieder (ohne Strafgeld) fahren ließen. Glück gehabt !!! Wir fuhren also langsam zur Belize-Grenze. Zuerst wurden unsere Räder, gegen weiß nicht was, desinfiziert. Dann mussten wir einreisen. Pässe vorlegen, Stempel rein. Dann musste das Auto einreisen (wir waren ihm behilflich). Die Beamten waren leider nicht fähig, den deutschen Fahrzeugschein zu lesen. Er wurde erst mal von Kollege zu Kollege gereicht. Dreimal gedreht und begutachtet. Dann wurde sich erstmal im Stuhl zurückgelehnt und sich erstmal ein Kaugummi aufgemacht. Dann fragte uns der Beamte, ob wir denn nichts auf Englisch dabei haben, weil er kein Deutsch versteht. Außer unserem Englischwörterbuch konnten wir dem Beamten leider nichts bieten. Tja, was nun? Sollte die Einreise wegen dem deutschen Fahrzeugschein scheitern? Irgendwie hat er dann doch die fehlenden Informationen in seinem Formular eingetragen und uns mit einer lässigen Handbewegung zum Schlagbaum geschickt. Jetzt kam noch die Fahrzeugkontrolle. Das Schlimmste für mich, weil das Auto nach irgendwelchen Sachen durchforstet wird und persönliche Sachen angegrabscht werden. Vom reingetragenen Dreck ganz zu schweigen. Ich war wirklich überrascht, am Schlagbaum war nur ein Beamter ohne Waffe (!). Er war mir sofort sympathisch. Er schaute nur kurz in den Kühlschrank und strahlte wie er das Bier sah. Er nahm uns alle Biere ab mit der Begründung, man braucht eine Genehmigung von der Brauerei, um Biere über die Grenze zu nehmen. Klar, wie konnten wir das nur vergessen. Ich war so froh darüber, daß er kein Interesse an den anderen Schränken hatte, daß ich ihm noch eine Tüte für seine Biere gab. Fast hätte ich gesagt: „Laß es Dir schmecken“, aber das verkniff ich mir dann doch. Er winkte uns durch. Andi fand das ja nun gar nicht so toll, seine schönen Biere. Einfach fort. Ich tröstete ihn damit, daß er wieder neue bekommt. Ganz bestimmt. Nach dem Schlagbaum mussten wir dann noch eine Versicherung abschließen. Endlich haben wir auch einen Sticker ! Nun können wir endlich mitreden. Nach 100 Metern kam dann noch eine Polizeikontrolle. Der nette Polizist sagte Andi ,wo er den Sticker hinkleben muß. Wir waren ganz aufgeregt. Endlich dürfen wir ganz offiziell durch das Ländle ziehen. Gleich bei den ersten Kilometern im neuen Land viel mir einiges auf: Es lag nicht so viel Müll am Straßenrand, es wirkte alles sehr gepflegt. Die Straße war super (europäischer Standard), und es gab nur wenige „Topes“. Armut gab es leider auch hier, aber es gab auch sehr viele schöne Häuser. Richtige Luxusvillen. Die Rasenflächen, egal ob arm oder reich, waren immer kurz geschnitten und sauber. Die Leute winkten uns zu. Es gab keine lästigen Militär- oder Polizeikontrollen. Beim Einkaufen in Corozal sagte jemand : „Welcome to Belize“. Ja, und so fühlten wir uns auch. Willkommen. Die Belizianer sind alle sehr sympathisch, hilfsbereit und freundlich. Belize ist englischsprachig, gut für uns, endlich konnten wir uns wieder verständigen.
Orange Walk
In Orange Walk übernachteten wir auf dem Rasen eines Restaurants. Leider hatte der Besitzer Hühner, und so wussten auch wir, wie laut Hühner in der Nacht sein können. Wir gingen in ein Internet Café und waren auch hier überrascht über den Luxus. Sehr gute und schnelle Rechner. In Orange Walk gab es nicht viel zu sehen. Man kann von hier Bootstouren nach „Lamanai“ buchen, das ließen wir aber bleiben.
Ruine Altun Ha
Die Fahrt nach Altun Ha war eine sehr holprige Angelegenheit. Da nur die Hauptstraßen gut asphaltiert sind und die Nebenstraßen kaum oder gar keinen Belag haben, holperten wir also durch die Landschaft. Eine wunderschöne Landschaft. Sehr grün und tropisch. Die Bevölkerung im Hinterland sieht sehr afrikanisch aus. Man könnte wirklich meinen, man ist in Afrika. In Altun Ha machten wir einen schönen Spaziergang in den Dschungel hinein. Ich ,als absoluter Angsthase, hatte ein wenig Bedenken, weil es hier Jaguare geben soll. Die sollen zwar absolut menschenscheu sein, aber man weiß ja nie. Eine Begegnung kann sehr gefährlich werden. Wir waren die Einzigen auf diesem Weg. Es war sehr still. Nur die Vögel zwitscherten, als hinter uns eine Nasenbär-Familie aus dem Busch rannte, über den Weg lief und wieder in den Busch verschwand. Sie waren sehr abgehetzt und machten den Eindruck, als wenn sie von einem Tier gejagt werden. Ich erschrak mich zu Tode. Das Schlimmste ahnend, machte ich auf mich aufmerksam. In der Tat, auf der einen Seite des Dschungels war ein größeres Tier. Es bremste vor dem Weg ab, weil es mich hörte und kletterte auf einen entfernten Baum hinauf. Mir war gar nicht wohl. Was war das für ein Tier ? Ein Jaguar ? Was wäre wenn…..wenn es wirklich ein Jaguar gewesen ist…..wenn er uns gesehen hätte….. Wir sahen nichts. Der Dschungel war so dicht und dunkel. Wir wollten der Sache nicht weiter nachforschen. Wir gingen zurück. Es ist immer ein komisches Gefühl, Tiere, die man normal nur aus dem Zoo kennt, plötzlich in freier Wildbahn anzutreffen. Der Dschungel ist ein Freigehege, was man ab und zu vergisst, weil er so schön ist. Nach der ausführlichen Besichtigung der Ruine fuhren wir dann weiter.
Community Baboon Sanctuary
Die „Community Baboon Sanctuary“ ist ein Naturschutzreservat. Hier werden insbesondere Brüllaffen „Black Howler Monkeys“ unter Schutz gestellt. Wir wollten doch gerne mal diese Tiere näher kennenlernen, die ab und zu den Dschungel mit unheimlichem Gebrüll einhüllen. Die Straße war mal wieder sehr holprig und matschig, aber für unseren „Geländewagen“ und einen Vollprofi als Fahrer kein Problem. Wir nahmen uns einen Guide, der uns den Weg zu den Affen zeigte. Vorher zeigte er uns aber noch eine Pflanze, die mich bis heute absolut fasziniert. Die kleine Pflanze reagiert auf Berührung und schließt dann ihre Blätter. Ich kann gar nicht mehr aufhören. Ein nettes Spiel. Ich fühle mich mittlerweile sowieso wie ein kleines Kind. Wir entdecken und sehen jeden Tag soviel. Einer Schildkröte musste ich über die Straße helfen. Ich habe vorher noch nie zuvor eine Schildkröte angefasst, jetzt weiß ich es auch, wie sie sich anfühlt. So jetzt auch hier. Der Guide lockte einen Brüllaffen an, und ich durfte ihn mit Blättern füttern. Wie weich, aber auch kalt seine Hände waren. Für mich ein tolles Erlebnis. Der Guide ließ uns auch mal alleine. Nur wir zwei und die Affen. Ich hätte diesen Tieren noch stundenlang zu schauen können. Wir blieben am kleinen „Visitor Center“ für die Nacht stehen. Am Abend kamen noch die Nachbarskinder vorbei, die uns über unser Wohnmobil ausfragten. Sie konnten es gar nicht fassen, was in diesem Auto alles ist. Dusche, Herd etc. und vor allem, daß wir in dem Auto schlafen können. Am nächsten Tag mussten wir noch einem Jungen mit seinem Pferd helfen. Das sture Pferd wollte überhaupt nicht über die Brücke. Das sah lustig aus. Es bockte und weigerte sich (wie Schwiegerhündchen „Ninchen“, wenn sie nicht will) über die Brücke zu gehen. Erst als wir hinter dem Pferd herfuhren und hupten, ging das Pferd brav über die Brücke.
Belize Zoo
Ich gehe nicht gern in den Zoo, aber der Belize Zoo ist ganz nett gemacht. Die Tiere leben in Freigehegen und in einer artgerechten Umgebung. Hier kann man die Tiere sehen, die man im Dschungel antreffen kann. Tucan, Jaguar, Affen, Krokodile etc.
Guanacaste National Park
Immer noch nicht fußmüde geworden, kauften wir erstmal in der „Hauptstadt“ Belmopan (7000 Einwohner) ein. Dann ging es zum Guanacaste NP. Hier gab es zwei Rundwege, die wir natürlich beide liefen. Wieder über Dschungelpfade laufend, hielten wir Ausschau nach Affen. Leider sahen wir keine einzigen Tiere, außer vielen Mücken. Aber es war trotzdem nett,durch das üppige Grün zu laufen. Vorbei an einem über 350 Jahre alten, großen Baum und gekringelten Baumstämmen. Abends genossen wir bei einem Glas Bier die Live-Musik im „Caesar´s Place“ und legten die Füße hoch.
Ruine Cahal Pech und Ruine Xunantunich
Es gibt ja so viele Ruinen. Aber welche lässt man aus und welche nicht. Cahal Pech könnte man im Nachhinein weg lassen, aber Xunantunich ist wunderschön. Man fährt erst mit einer kleinen, handbetriebenen Fähre über den Fluß. Dann muß man 2 km laufen oder fahren. Die Ruine liegt wunderschön auf einem Hügel. Der alte „Mayapriester“ Andi zeigte mir jede Ecke seines Palastes.
Morgen geht es nach Guatemala. In Belize war ich mit Sicherheit nicht zum letzten mal. Die Menschen, die sich von ihrem Wesen und Aussehen her sehr von den anderen Ländern unterscheiden, waren mir sehr sympathisch. Auf mich wirkte das Land sehr friedlich. Toll fand ich auch, daß wir kein einziges Mal über`s Ohr gehauen wurden und nur einen Polizisten auf dem Fahrrad sahen. So, jetzt muß ich meditieren und meine Nerven stärken. Morgen gibt es wieder einen lästigen Grenzübertritt. Ich bin schon sehr auf das neue und wieder andere Land Guatemala gespannt. Michaela . |